Rekordverdächtige Weltgymnaestrada

12.03.2019 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch die Weltgymnaestrada 2007 fand in Vorarlberg statt. VN
Auch die Weltgymnaestrada 2007 fand in Vorarlberg statt. VN

60 Nationen beim größten Volksturnfest in Vorarlberg.

Dornbirn, Götzis Rita Fontanari (67) freut sich wie eine Schneekönigin. Wenn am 7. Juli im Rheintal die 17. Weltgymnaestrada beginnt, ist die gebürtige Tirolerin wieder mitten drinnen im Geschehen. Sie wird in Götzis vor der Volksschule in einem eigens dafür errichteten Zelt das Frühstück für über 900 dänische Teilnehmer organisieren. Dafür nimmt die umtriebige Dame auch eine Woche Urlaub von ihrem Pflegedienst, den sie bereits seit 20 Jahren für ihren gesundheitlich schwer beeinträchtigten Gatten in rührender Art und Weise bewerkstelligt. „Meine Tochter wird diese Woche für meinen Mann da sein.“

Mikrokosmos Vorarlberg

Dass Fontanari sogar in ihrem Kurzurlaub für andere da ist, sieht sie als Bereicherung ihrer Lebensqualität. „Ich war schon 2007 bei unseren Dänen und habe ihnen das Frühstück gemacht. Ich hatte damals wunderbare Begegnungen. Es freut mich, wenn ich heuer wieder bei ihnen bin. Vielleicht treffe ich ja noch den einen oder anderen von 2007.“ Fontanari erwähnt, dass sie sich sofort freiwillig gemeldet habe, als die Neuauflage der Weltgymnaestrada fix war, und sie wusste, dass die Dänen wieder nach Götzis kommen würden. Zur Weltgymnaestrada nach Vorarlberg wiederkommen tun viele Breitensportler aus allen jenen Ländern, die schon 2007 vertreten waren. Und es kommen noch mehr. „Wir werden einen Weltrekord aufstellen, was die Zahl der teilnehmenden Nationen anbelangt“, verkündet Gymnaestrada-Pressesprecher Wolfgang Berchtold nicht ohne Stolz. Zwischen dem 7. und 13. Juli dieses Jahres wird Vorarlberg wieder ein kleiner Mikrokosmos. Sportlerinnen und Sportler sowie Funktionäre aus mindestens 60 Nationen werden sich zu einem der größten Sportfeste treffen, das es auf der Welt gibt. Atemberaubende Shows in den Dornbirner Messehallen, Großgruppenvorführungen im Bregenzer Casino-Stadion, Kleinkunst in Sachen Turnen auf mehreren Außenbühnen überall im Rheintal, dazu Geselligkeit, Begegnungen, kultureller Austausch, Musik und Party: Vorarlberg soll in der zweiten Juli-Woche ein großes völkerverbindendes Ereignis erleben.

Viele Neulinge

Einen Weltrekord wird es dabei nicht nur bei der Zahl der teilnehmenden Nationen geben, sondern auch bei der Zahl der Neulinge. Noch nie zuvor waren nämlich Turnerinnen und Turner aus Armenien, Barbados, Fidschi, Iran, Kolumbien, Malawi, Malta, Mosambik, Nepal, Paraguay und Tonga bei einer Weltgymnaestrada. In Vorarlberg werden auch diese Nationen dabei sein. Auch wenn schon alles für das Großevent auf Schiene ist – es gibt noch viel zu tun. Die Organisatoren wollen schließlich auch 2019 eine reibungslose Veranstaltung auf die Beine stellen. VN-HK

„Ich war schon 2007 bei unseren Dänen. Ich freue mich auch heuer wieder auf sie.“

weltGymnaestrada 2019 in Vorarlberg

60 teilnehmende Nationen

Teilnehmerstärkste Nationen Schweiz (3037 Teilnehmer), Deutschland (2228), Finnland (1525), Portugal (1118), Dänemark (924), Tschechien (884), Großbritannien (787), Österreich (686), Brasilien (596)

Nationendörfer in Vorarlberg Altach, Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Götzis, Hard, Höchst, Hohenems, Lauterach, Lustenau, Mäder, Rankweil, Röthis, Schlins, Schwarzach, Wolfurt

Austragungsorte
1953: Rotterdam (14 Nationen)

1957: Zagreb (17 Nationen)

1961: Stuttgart (16 Nationen)

1965: Wien (26 Nationen)

1969: Basel (28 Nationen)

1975: Berlin (20 Nationen)

1982: Zürich (22 Nationen)

1987: Herning (26 Nationen)

1991: Amsterdam (30 Nationen)

1995: Berlin (34 Nationen)

1999: Göteborg (37 Nationen)

2003: Lissabon (45 Nationen)

2007: Dornbirn (53 Nationen)

2011: Lausanne (55 Nationen)

2015: Helsinki (53 Nationen)

2019: Dornbirn (über 60 Nationen)