Den Mitschüler mit dem Messer bedroht

Vorarlberg / 13.03.2019 • 18:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Bursche kam mit einem außer­gerichtlichen Tatausgleich davon. eckert
Der Bursche kam mit einem außer­gerichtlichen Tatausgleich davon. eckert

16-jähriger Teenager zu 30 Stunden gemeinnütziger Arbeit verdonnert.

FELDKIRCH Er besucht die Handelsakademie, ist 16 Jahre alt und ein ganz normaler Schüler. Er gibt keine besonderen Probleme in der Familie und der Junge scheint gut integriert. Doch im Dezember kurz vor Weihnachten legte der junge Mann in seiner Schule ein Verhalten an den Tag, das man so nicht akzeptieren kann. Bei einer Auseinandersetzung zückte er ein Klappmesser mit einer zehn Zentimeter langen Klinge und bedrohte einen Mitschüler. Nachdem die Polizei eingeschaltetworden war, versuchte man seitens der Staatsanwaltschaft, die Sache ohne Prozess zu erledigen, doch der Junge schaltete auf stur und gab an, es sei nie ein Messer im Spiel gewesen. Nun kam es doch zum Prozess am Landesgericht Feldkirch. Der junge Mann hat nochmals Glück. Im Rahmen einer Diversion (außergerichtlicher Tatausgleich) muss er 30 Stunden gemeinnützige Leistungen erbringen, dann ist die Sache vom Tisch.

Keine Vorstrafe

Damit wird dem Jugendlichen eine zweite Chance eingeräumt, trotz Fehlverhaltens ohne Vorstrafe zu bleiben. „Das ist eine absolute Ausnahme. Das war kein Blödsinn, sondern eine schwere Nötigung, und das ist ein Verbrechen“, macht Richterin Sabrina Tagwercher dem Jungen klar, dass er sich nun nichts mehr zuschulden kommen lassen darf. „Ich habe gedacht, dass ich ungeschoren davonkomme“, erklärt der Bub sein Verhalten, das er damals zunächst nicht gestanden hatte. Der Angeklagte entschuldigt sich beim Opfer. Ursache für den Streit in der Schule war die angebliche Provokation einer Mitschülerin. Gemeinsam mit einem Kollegen kam sie in die Klasse, der 16-Jährige warf einen Stift nach dem Mädchen.

Ein Wort gab das andere, der Klassenkamerad packte den anderen am Kragen, der Streit verlagerte sich in den Flur. Dort zog der junge Mann dann sein Klappmesser aus der Hosentasche, hielt es in der Hand und sagte „Verschwinde!“ Wie gesagt, der Schüler bittet das Opfer um Verzeihung, die fünf als Zeugen geladenen Mitschüler braucht es nicht mehr. Alle können nach Hause gehen. Nach Erbringung der Arbeitsleistungen wird das Verfahren endgültig eingestellt. EC