Wolfalarm im Silbertal und im Klostertal

14.03.2019 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ziemlich sicher machten ein oder zwei Wölfe in den letzten Tagen Vorarlberg unsicher.Foto: DPA
Ziemlich sicher machten ein oder zwei Wölfe in den letzten Tagen Vorarlberg unsicher.Foto: DPA

Zwei Stück Rotwild gerissen. Alles spricht für Meister Isegrim als „Täter“.

Wildbiologe Hubert Schatz (54) ist sich sicher: „Es spricht alles für das Werk eines Wolfes. Sowohl der Riss im Silbertal, als auch jener im Klostertal.“ Am Montag war der Räuber im im hinteren Silbertal nahe der Wildfütterung Gantavas zugange. „Die Art der Tötung und die Fährten im Umfeld des gerissenen Tieres, lassen kaum einen anderen Schluss zu, als dass es sich um einen Wolf handelt“, sagt Schatz.

Zum selben Schluss kommt der Experte auch im Fall des Risses im Klostertal. Auch dieser passierte nahe einer Wildfütterungsstelle. „Das Wild wurde mit einem gezielten Biss getötet.“ An beiden Schauplätzen musste der mutmaßliche Verursacher der Risse jedoch auf eine Mahlzeit verzichten. „Sowohl im Silbertal als auch im Klostertal war bald einmal Jäger da. Der Wolf musste seine Beutestücke zurücklassen, ohne viel davon gefressen zu haben“, erzählt Schatz. Ob die beiden Risse tatsächlich auf das Konto von Wölfen gehen, muss eine DNA-Analyse klären.

Immer mehr Wölfe

Für Schatz wäre der Besuch des Wolfes in Vorarlberg keine Überraschung. „Damit musste man rechnen. Rund um uns herum werden die Wolf-Populationen immer größer.“ Als Beispiel dafür erwähnt der Wildbiologe die Schweiz. „Dort gibt es im Calanda-Gebiet bei Chur mittlerweile zwei Paare, die sich jedes Jahr vermehren. Weiter im Süden der Schweiz sind es zwei weitere Paare.“ auch in Italien steige die Population ständig. „In Südtirol wächst die Beunruhigung. Aber auch in anderen Regionen.“

Nach den aktuellen Rissen in Vorarlberg wurde von Landesseite bereits Kontakt mit den zuständigen Bürgermeistern, der Bezirkshauptmannschaft Bludenz, dem Bezirksjägermeister und den Hegeobleuten aufgenommen, mit der Bitte, einschlägige Beobachtungen und Hinweise an den Landeswildbiologen weiterzuleiten.

Schatz ist sich nicht sicher, ob es sich bei den Rissen im Silbertal und im Klostertal um zwei Wölfe oder nur um einen handelt. „Theoretisch wäre es möglich, dass es ein Wolf war. Aber das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.“ Mit weiteren Wolfsbesuchen und entsprechenden Konsequenzen ist in Vorarlberg jederzeit zu rechnen.