Kurt Mangard genießt es, mit seiner Frau Helga das Tanzbein zu schwingen

15.03.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kurt Mangard und seine Frau Helga sind auf dem Tanzparkett zuhause. Bludance

Der tanzbegeisterte Tschaggunser organisiert die Österreichischen Meisterschaften in Latein mit.

Tschagguns Mit seiner Ehefrau und Tanzpartnerin Helga ist Kurt Mangard auf dem internationalen Tanzparkett zu Hause. In wenigen Tagen lädt er, als Teil des Organisationsteams von Bludance, zur Österreichischen Meisterschaft in Latein in den Sonnenbergsaal Nüziders.

Eine Österreichische Meisterschaft im Tanz mutet im Vorarlberger Oberland auf den ersten Moment doch etwas seltsam an. Der Paartanz ist im Gegensatz zu den alpinen Sportarten wenig verbreitet und kann nicht annähernd auf eine so lange Tradition zurückblicken. Umso mehr aber dürfen sich Tanzbegeisterte oder solche, die es noch werden wollen, auf den Event in Nüziders freuen. „Unser Vorstand hatte anfangs schon großen Respekt davor ein Turnier wie die österreichische Meisterschaft durchzuführen. Seit einem Jahr sind wir mit der Planung beschäftigt, das Kernteam trifft sich wöchentlich.“ Wichtig ist dem engagierten Tschaggunser, dass die Paare des eigenen Clubs ein Turnier einmal hautnah miterleben können. „Das ist einfach etwas ganz Spezielles. Man kommt am Austragungsort an, schaut sich die Tanzfläche und die Garderoben an, kümmert sich um den Zeitplan. Während des Wettkampfs darf man den Überblick nicht verlieren, es kann schon mal vorkommen, dass es längere Verschiebungen gibt. Trotzdem muss man in dieser Zeit fokussiert bleiben und die Spannung halten.“

Konsequentes Training

Für Kurt Mangard sind die Turniere kaum noch aus seinem Tanzalltag wegzudenken. „Meine Frau und ich sind durch Zufall zum Paartanz gekommen. Freunde von uns haben gemeint, dass wir das doch einmal versuchen könnten. Anfangs habe ich gedacht, dass das nichts für mich ist. Heute, zehn Jahre nachdem wir das Turnierstartbuch gelöst haben, konnten Helga und ich mehr als 120 Stockerlplätze im Standard ertanzen.“ Die Motivation sei einerseits die Freude am Tanz, andererseits aber auch der Ehrgeiz bei international besetzen Turnieren ganz vorne mittanzen zu können. „Dazu braucht es natürlich auch ein regelmäßiges Training. Alle zwei Wochen werden wir – in Kooperation mit dem Tanzsportclub Casino Dornbirn – von Privattrainern begleitet. Sie erarbeiten mit uns eine Choreographie, die wir dann als Paar üben.“ Fünfmal die Woche tanzen Helga und Kurt im Tschaggunser Turnsaal, studieren Schritte und Abfolgen ein. „Die Abläufe im Tanz müssen automatisiert werden, da kann man nicht während des Tanzens darüber nachdenken.“

Rhytmuswechsel

Als schönsten Erfolg nennt Kurt Mangard, selbst Österreichischer Meister und zweifacher Vizemeister, die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Bologna vor zwei Jahren. Wir haben es unter 172 Paaren in das vordere Drittel geschafft. Schöne Erinnerungen gibt es viele, manchmal jedoch auch schwierige Momente. „Im Paartanz ist man sehr auf sein Gegenüber angewiesen. Wenn sich bei einem der Tänzer Frustration oder Ungeduld breit macht, bemerkt es der andere sofort. Meine Frau ist es dann meistens, die den Zeitpunkt erkennt, wenn es wichtig ist eine Pause zu machen und einen neuen Rhythmus aufzulegen“, erzählt der 68-jährige Tanzsportler. „Die Freude am gemeinsamen Tanz ist das Allerwichtigste für uns. Wir sind körperlich fit, genießen die Turniere, die in ganz Europa stattfinden und möchten diesen einzigartigen Sport durch die Austragung der Österreichischen Meisterschaft im eigenen Bezirk ein bisschen mehr in den Mittelpunkt rücken.“ CM