Nach 200 strafrechtlichen Delikten: Röthner Disko Vabrik muss um 3 Uhr dicht machen

Vorarlberg / 14.03.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Betreiber der Disko Vabrik in Röthis wird mit einer Streichung der Ausnahmegenehmigung in Sachen Sperrstunde kontrontiert. VN/Stiplovsek
Betreiber der Disko Vabrik in Röthis wird mit einer Streichung der Ausnahmegenehmigung in Sachen Sperrstunde kontrontiert. VN/Stiplovsek

Bescheid steht bevor: Nachtlokal in Röthis verliert ab 1. April Ausnahmegenehmigung für Sperrstunde.

Röthis, Feldkirch Für die einen steht die Sicherheit im Vordergrund, beim anderen hat die betriebliche Existenz höchste Priorität. Fakt ist, dass der Gemeindevorstand Röthis Thomas Krobath als Betreiber der Disko Vabrik die Ausnahmeregelung für eine verlängerte Sperrstunde gestrichen hat. Der Bescheid wird derzeit geprüft und in der Folge zugestellt, heißt es bei der Bezirksbehörde in Feldkirch. Bislang durfte die Disko Vabrik an Samstagen bis Sonntagfrüh um 5 Uhr ihre Pforten für Nachtschwärmer geöffnet halten. Ab 1. April muss Krobath früher seine Türen schließen, konkret bereits um 3 Uhr; an Freitagen darf er wie gehabt bis 2 Uhr in der Nacht zu Sound und Drinks laden.

200 Delikte in dreizehn Monaten

Und geht es nach Bürgermeister Roman Kopf, so bleibt es bei diesem Beschluss, wie er im Gespräch mit den VN betont. Man habe keinerlei Grund an dieser Entscheidung zu rütteln. Den Hintergrund für den Beschluss lieferten Fakten der Polizei.

Die Beamten werden in und um die Disko demnach ziemlich auf Trab gehalten: neben Sexual-, Raub- sowie Suchtgiftdelikten sowie der Beschlagnahme von Totschlägern und Springmessern bis hin zu Diebstählen mussten sie sich auch mit Autoeinbrüchen und Vandalismus im Umfeld beschäftigen. „Die Situation im Bereich der Diskothek erfordert Maßnahmen. Dazu sind wir wegen der Häufung von 200 strafrechtlich relevanten Delikten in dreizehn Monaten verpflichtet“, hieß es bei der Polizeiinspektion Sulz.

Krobath übt harte Kritik

Er habe Bürgermeister und Polizei angeboten, das Registrierungssystem „idjack“ für Besucher einzuführen und den Weg vom Bahnhof Klaus zum Lokal mit zwei Securities patroullenmäßig überwachen zu lassen, betont Diskobetreiber Thomas Krobath. Krobath fordert einen „Beobachtungszeitraum“ mit der bisherigen Sperrstunde bis Ende 2019. „Inwieweit diese neue Öffnungszeiten zu weniger Problemen und weniger Arbeit für die Polizei führen werden, erschließt sich mir nicht wirklich“, sagt Krobath und signalisiert, dass der Fortbestand der Disko betriebswirtschaftlich fraglich sein könnte: „Wenn es mir mit den neuen Öffnungszeiten nicht gelingt, am Samstag denselben Umsatz zu erzielen, so wird der Klub früher oder später schließen. Über die Tatsache, dass es keine Gesprächsbereitschaft seitens des Bürgermeisters gibt, bin ich hochgradig frustriert.“

„Wir bleiben bei unserem einstimmig gefassten Beschluss im Gemeindevorstand.“

Roman Kopf, Bürgermeister Röthis