29.000 Euro von der Großtante geklaut

15.03.2019 • 17:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte vor Richter Andreas Böhler. Sie war umfassend geständig. Eckert
Die Angeklagte vor Richter Andreas Böhler. Sie war umfassend geständig. Eckert

39-Jährige stahl nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch am Arbeitsplatz.

FELDKIRCH Die 39-Jährige Angeklagte weiß, dass sie ihr Leben überdenken muss. Sie arbeitete bei einer Einrichtung, die vor allem älteren Menschen zur Hand gehen soll und sie unterstützen, wenn manche Dinge beschwerlich werden, und helfen, wo Hilfe benötigt wird. Dadurch, so der Gedanke, sollen auch ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. „Man hat mich dort nicht grundlos entlassen, ich habe dort auch Geld von Klienten genommen“, räumt sie bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch ein, dass neben dem eigentlichen Prozess noch Weiteres im Laufen ist. Es geht dabei um Diebstähle, welche die Frau bei Betreuten begangen hat. Davon weiß Richter Andreas Böhler noch nichts. Die Angeklagte erzählt es von sich aus.

Großtante bestohlen

Auch in ihrer Familie gibt es eine betagte Dame, deren Gesundheit aufgrund des Alters angeschlagen ist. Sie kommt deshalb auch nicht als Zeugin zu Gericht. Doch auch diese Frau wollte ihre Ersparnisse in Sicherheit wissen und deponierte 29.000 Euro in einem Tresor beim Taufpaten der Angeklagten. Die Unterländerin wusste, dass der Tresorschlüssel im Sicherungskasten der Wolfurter Wohnung versteckt war. „Ich musste mich beeilen, als ich das Geld rausnahm“, erzählt die Diebin. Doch die Straftat blieb nicht lange geheim, denn nur wenige Personen kamen in Betracht, davon einige zu alt oder aufgrund einer schweren Erkrankung im Spital. Die Angeklagte gab daraufhin den 29.000-Euro-Diebstahl zu. Von der Beute konnten allerdings lediglich rund 5000 Euro sichergestellt werden.

Privatkonkurs

Die Frau gibt an, die Übersicht über ihre finanzielle Lage verloren zu haben. Sie befindet sich in Privatkonkurs. „Ich habe mich auch zu einem Psychiater in Behandlung begeben“, sagt sie. Die 2000 Euro Münzgeld aus der Kaffeekasse des Onkels habe sie nicht gestohlen. Von diesem Vorwurf wird sie freigesprochen. „Das glaube ich nicht, denn in der angegebenen Stückelung wären das über 30 Kilo Gesamtgewicht“, begründet der Richter lächelnd den Freispruch. Der Onkel will die Sache sowieso gut sein lassen. „Ich wollte die Anzeige zurückziehen, als sie mir gegenüber zugab, dass sie das mit dem Tresor war“, macht der Mann von seinem Entschlagungsrecht Gebrauch.

Geldstrafe

Die Tresorsache wird als Einbruchsdiebstahl gewertet, weil der Tresor mit einem widerrechtlich erlangten Schlüssel geöffnet wurde. Dafür gibt es 1200 Euro Geldstrafe, 600 davon werden bedingt ausgesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC