Maulkörbe, Deals und Drahtesel

15.03.2019 • 18:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Pressestelle von Innenminister Kickl hat der BFA-Landesdirektion einen Maulkorb verpasst.  VN/Paulitsch
Die Pressestelle von Innenminister Kickl hat der BFA-Landesdirektion einen Maulkorb verpasst. VN/Paulitsch

Maulkorb Es gibt wahrlich einfachere Jobs als den des Regionaldirektors des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA). Die versuchte Abschiebung der Familie in Sulzberg Ende Oktober sorgte erneut für scharfe Kritik an den Mitarbeitern von Regionaldirektor Sven-Gunnar Pangratz (44). Vor dem BFA in Feldkirch wurde demonstriert und dass Bundeskanzler Sebastian Kurz (32, VP) die Verantwortung den Vorarlberger Beamten zuschob, machte es nicht einfacher. Früher hat sich Pangratz der Kritik gestellt, auch den VN gab er Interviews. Unter Innenminister Herbert Kickl (50, FP) darf er das nicht mehr. Eine Anfrage im November wurde aus Zeitgründen abgelehnt, eine weitere mit dem Verweis auf die Pressestelle des Innenministers. Die VN haben heuer wieder angefragt. Die Antwort: „Der BFA-Regionaldirektor von Vorarlberg steht für ein Gespräch nicht zur Verfügung, daher ist auch kein Interview möglich.“ Fragen könnten an die Pressestelle geschickt werden: nach Wien.

 

Autofan Seit Monaten wird in der Dornbirner Stadtvertretung mit Stadtchefin Andrea Kaufmann (49, VP) über die Vergrößerung des Parkplatzangebots bei einem Heurigen mit eigenem Weinbau im Ried gestritten. Um eine Entscheidung herbeizuführen, lud Vizebürgermeister Martin Ruepp (63, VP) Mitglieder aller Fraktionen zu einer Besichtigung samt Weinverkostung und Jause ein, natürlich auf eigene Kosten. Zugesagt haben auch die Kritiker der Erweiterung, darunter Stadträtin Juliane Alton (52, Grüne) und FP-Stadtrat Walter Schönbeck (59, FP). Ausgemacht wurde, dass alle per Fahrrad anreisen, obwohl bekannt ist, dass der blaue Stadtparteichef seit jeher das Auto dem Drahtesel vorzieht.

 

Reiner Zufall Eine Wortmeldung des pinken Stadtvertreters Georg Oberndorfer (44, Neos) scheint vielen Stadtvertretern bei der Sondersitzung der Feldkircher Stadtvertretung zur Wahl von Wolfgang Matt (63, VP) als Nachfolger von Bürgermeister Wilfried Berchtold (64, VP) sauer aufgestoßen zu sein. Oberndorfer betonte vor 300 Festgästen, dass es keinen Deal mit den Schwarzen gebe, sondern dass man sich aus fachlichen Gründen dazu entschieden habe, Matt bei der Wahl zu unterstützen. Mit Matt war Oberndorfer wegen der Stadtfinanzen nämlich öfters im Clinch gelegen. Just am Vortag der Festsitzung war er in den Aufsichtsrat der von ihm mehrfach scharf kritisierten Montforthaus GmbH gewählt worden. „Oberndorfer hätte besser nichts gesagt“, meinte ein Mandatar. Der Pinke sieht das anders: „Das war lange vorbereitet.“ Dass die Optik andere Vermutungen zulässt, gesteht Oberndorfer, der seine Entschädigung als neuer Aufsichtsrat spenden will, freilich ein.

„Ich kann nicht an meinen Erfolg glauben, wenn ich mich gleichzeitig mit meinem Scheitern beschäftige.“Pamela Rendi-Wagner, SPBundesparteichefin über ihre Karriere als Politikerin

„Ich kann nicht an meinen Erfolg glauben, wenn ich mich gleichzeitig mit meinem Scheitern beschäftige.“

Pamela Rendi-Wagner, SP

Bundesparteichefin über ihre Karriere als Politikerin

„Christlich-sozial ist das, was stark macht, nicht das, was in Abhängigkeit hält und schwach macht.“Sebastian Kurz, VPBundeskanzler freut sich über die neue Sozialhilfe

„Christlich-sozial ist das, was stark macht, nicht das, was in Abhängigkeit hält und schwach macht.“

Sebastian Kurz, VP

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„Für einen IS-Kämpfer müsste die Staatsbürgerschaft ohne Verfahren ex lege automatisch verfallen.“Hans Peter Doskozil, SPBurgenlands Landeshauptmann gibt den Hardliner

„Für einen IS-Kämpfer müsste die Staatsbürgerschaft ohne Verfahren ex lege automatisch verfallen.“

Hans Peter Doskozil, SP

Burgenlands Landeshauptmann gibt den Hardliner