Räuber von Alberschwende ausgeliefert

15.03.2019 • 21:01 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Spurensicherer des Landeskriminalamts am Tatort nach dem Raubüberfall auf den Hof in Alberschwende-Bühel. Vol.at/rauch
Die Spurensicherer des Landeskriminalamts am Tatort nach dem Raubüberfall auf den Hof in Alberschwende-Bühel. Vol.at/rauch

Das schockierende Verbrechen an einem Bregenzerwälder Landwirt im Dezember 2018 ist nun lückenlos geklärt.

alberschwende Am 3. Dezember 2018, es war ein Montag, wurde ein 66-jähriger, alleinstehender Landwirt auf seinem Hof in Alberschwende zum Opfer eines besonders brutalen Überfalls und dabei schwerstens verletzt. Wie die VN bereits berichteten, kam es kurz nach der Tat zur Ausforschung von zwei Tatverdächtigen. Nun gibt die Polizei die Details zu dem Fall bekannt.

Wichtige Hinweise von Zeugen

So hatten mehrere Beobachter schon vor dem Verbrechen fremde Fahrzeuge und mögliche Tatverdächtige im Umfeld des Anwesens und anschließenden Tatorts ausgemacht und das der Polizei mitgeteilt.

Aufgrund dieser Hinweise konzentrierten sich die ersten Ermittlungen in Richtung Bettlermilieu. Die Zeugen gaben an, mehrmals einen silber-graufarbenen Pkw der Marke BMW Kombi mit rumänischem Kennzeichen wahrgenommen zu haben. Dieses Fahrzeug war bereits Tage zuvor im Großraum Alberschwende aufgefallen und es sollte der Schlüssel zur Aufklärung des Raubüberfalls werden.

Denn immer wieder wurden im Zusammenhang mit dem Pkw mehrere Männer beobachtet, die vorher als Bettler im Gebiet unterwegs gewesen waren. Beamte des Landeskriminalamts erkundigten sich über das Fahrzeug, gewannen Erkenntnisse über die möglichen Insassen und führten schließlich gezielte Fahndungsmaßnahmen durch. Die erste Falle schnappte bereits drei Tage nach der Tat zu, und zwar im Burgenland. Am 6. Dezember kontrollierte die dortige Polizei einen 21-jährigen Rumänen, der sich trotz eines rechtskräftigen Aufenthaltsverbots im Bundesgebiet aufhielt. Bei den weiteren Abklärungen zu seiner Identität ergab sich der Verdacht einer möglichen Beteiligung dieses Mannes am Raubüberfall in Alberschwende.

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch ordnete die Festnahme des 21-Jährigen an. Nun lag der Ball zunächst beim Wiener Landeskriminalamt, das den Rumänen zur Sache einvernahm. Schließlich war der Rumäne geständig, die beiden Haupttäter damals in die Nähe des Tatorts in Alberschwende gefahren und nach dem Überfall wieder abgeholt zu haben.

So schloss sich der Kreis. Schon bald konnten die beiden Tatverdächtigen in Rumänien ausgemacht werden, gegen sie wurde ein EU-Haftbefehl erlassen. Im Dezember 2018 sind dann in Zusammenarbeit mit Beamten des Bundeskriminalamts und einer Verbindungsbeamtin in Rumänien die beiden Beschuldigten, ein 32-jähriger und ein 26-jähriger Rumäne, an ihren Wohnadressen verhaftet worden. Auch der zur Ausführung der Tat verwendete Pkw konnte in Rumänien sichergestellt werden.

Größtenteils geständig

Die nötigen Spurensicherungen wurden von Tatortbeamten der rumänischen Polizei durchgeführt. Die Auswertungsergebnisse der Durchsuchungen sind bereits nach Österreich übermittelt worden. Die beiden verdächtigen Rumänen wurden inzwischen nach Österreich ausgeliefert, sie befinden sich derzeit in der Justizanstalt Feldkirch in Untersuchungshaft.

Die Beschuldigten sind größtenteils geständig, den Raubüberfall auf den 66-jährigen Landwirt verübt zu haben. Alle Verdächtigen waren bereits seit mehreren Jahren als Bettler in Österreich unterwegs gewesen. Der 21-jährige beschuldigte Rumäne wurde wegen Eigentumsdelikten in Vorarlberg angezeigt und verurteilt, weshalb gegen ihn im Jahr 2016 ein Aufenthaltsverbot für Österreich erlassen worden ist. Der Mann hielt sich trotz des bestehenden Aufenthaltsverbots im Bundesgebiet auf.

Leiden des Opfers

Polizeisprecher Horst Spitzhofer möchte gegenüber den VN darauf hinweisen, dass der Fahndungserfolg nicht nur den wertvollen Zeugenhinweisen, sondern auch einer hervorragenden Kooperation mit der rumänischen Polizei zu verdanken sei: „Es war ein Vorzeigebeispiel der internationalen Zusammenarbeit.“ Das 66-jährige Opfer hatte damals durch die massiven Schläge und Misshandlungen hauptsächlich im Kopfbereich schwere Verletzungen erlitten. Aber auch wegen der durch die brutale Tat hervorgerufenen traumatischen Zustände dürften noch lange körperliche und psychische Beschwerden bei dem Alberschwender bestehen bleiben. VN-GS

„Es war ein Vorzeigebeispiel der internationalen Zusammenarbeit.“