Geklaute E-Bikes im Auto eines Eisverkäufers

Vorarlberg / 18.03.2019 • 22:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Von der Vorarlberger Polizei sichergestellte E-Bikes. Auch die bei den Tschechen aufgefundenen Räder waren als gestohlen gemeldet.  polizei
Von der Vorarlberger Polizei sichergestellte E-Bikes. Auch die bei den Tschechen aufgefundenen Räder waren als gestohlen gemeldet.  polizei

Zwei vorbestrafte Tschechen entzogen sich ihrem Prozess – vorerst zumindest.

Feldkirch Die beiden in Prag wohnhaften Männer sind 52 und 42 Jahre alt. Der Ältere ist angeblich Eisverkäufer, der Jüngere arbeitslos. Beiden gemeinsam ist auch, dass sie mehrfach vorbestraft sind und bereits im Gefängnis saßen. Im Sommer 2017 fuhren die Männer in München in eine zufällige Verkehrskontrolle. Den Beamten fiel auf, dass fünf relativ teure, neue E-Bikes unprofessionell und achtlos im Fahrzeug gestapelt waren. Sie gaben die Fahrgestellnummern der Bikes ins System ein und fanden rasch heraus, dass zwei der Räder in der Schweiz als gestohlen gemeldet waren. Doch die zwei Reisenden hatten eine vermeintlich gute Ausrede zur Hand.

Afrikanischer Verkäufer

Sie hätten zufällig auf einem „Parkplatz in den Bergen“ im Raum von Feldkirch einen Afrikaner getroffen. Der habe ihnen die Räder zu einem Pauschalpreis von 3000 Euro angeboten, da hätten sie bei dem „Schnäppchen“ zugelangt, ohne natürlich kriminelle Hintergründe zu ahnen. Die Staatsanwaltschaft klagte die beiden wegen Hehlerei an, wobei der Verdacht naheliegt, dass die beiden die Räder selbst gestohlen haben. Aber so oder so, zum Prozess erschienen die beiden nicht. Der Eisverkäufer hat die Ladung bekommen, der andere nicht. Jetzt wurde das Duo zur Festnahme im Inland ausgeschrieben.

Drei der fünf E-Bikes stammen aus der Stadt Luzern, die anderen zwei aus dem Kanton Luzern und Aargau. Gesamtwert der Räder: 24.000 Schweizer Franken. Nun heißt es warten auf den Zufall. Die zwei Tschechen werden zur Festnahme im Inland ausgeschrieben. Für einen europäischen Haftbefehl ist die Straftat zu geringfügig, aber wenn die Männer bei ihrem nächsten Österreichbesuch zufällig in eine Verkehrskontrolle geraten, kann jede Polizeistreife mittels Abfrage auf sie stoßen.

Festnahmeanordnung

Dann werden sie in U-Haft genommen und müssen dennoch vor Gericht. Drei Jahre läuft eine derartige Festnahmeanordnung, dann fragt das Landeskriminalamt nach, ob verlängert werden soll oder sich die Sache mittlerweile erledigt hat. Das Verfahren bei Gericht bleibt zunächst unterbrochen und man hofft, dass irgendwann der Zufall die Ganoven in die Hände der Justiz treibt.

Zumindest konnten in diesem Fall die Räder sichergestellt werden. Kommen die Männer vor Gericht, erwartet sie ziemlich sicher eine unbedingte Haftstrafe. EC