Admiral-Sportwetten-Chef Jürgen Irsigler sucht Schulterschluss mit Behörden

Vorarlberg / 21.03.2019 • 09:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Jürgen Irsigler, Geschäftsführer von Admiral Sportwetten im VN-Gespräch. Illegale Glückspielaktivitäten schaden auch seinem UnternehmenVN/Paulitsch
Jürgen Irsigler, Geschäftsführer von Admiral Sportwetten im VN-Gespräch. Illegale Glückspielaktivitäten schaden auch seinem UnternehmenVN/Paulitsch

Admiral-Sportwetten-Geschäftsführer Jürgen Irsigler möchte sich mit seinem Unternehmen in Vorarlberg weiter etablieren.

Schwarzach Sich von illegalem Glücksspiel und unlauteren Wettaktivitäten klar abzugrenzen, ist eines der Hauptanliegen von Admiral-Sportwetten-Geschäftsführer Jürgen Irsigler. Deswegen würde man auch sehr eng mit Behörden und Politik zusammenarbeiten, sagt Irsigler im VN-Interview.

Gibt es derzeit einen Hype bei Sportwetten?

Sagen wir so: Es gibt eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Dazu trägt vor allem der digitale Markt bei. Man kann ja mittlerweile Wetten per PC oder Smartphone platzieren. Das Geschäft in den Wettlokalen stagniert oder ist leicht rückläufig Nichts hat sich an unserem klassischen Kundenprofil geändert. Unsere Hauptkunden sind weiterhin sportaffin und männlich.

Wie hart umkämpft ist der Markt?

Der Markt ist umkämpft, klar, aber er hat sich in letzter Zeit gesundgeschrumpft. Weniger professionelle Unternehmen haben sich auch aufgrund strengerer Auflagen zurückgezogen, übrig geblieben sind im Wesentlichen fünf Anbieter, die alle innerhalb des Österreichischen Sportwettenverbandes organisiert sind. 90 Prozent des gesamten Umsatzes im Sportwettengeschäft werden von den Mitgliedern des Verbandes lukriert. Wir haben 250 Filialen, beschäftigen 1200 Mitarbeiter. 75 Prozent der Standorte sind Eigenfilialen, 25 Prozent sind Franchise-Partner. In Vorarlberg haben wir drei Standorte.

Sportwetten und Glücksspiele werden von vielen sehr kritisch gesehen. Wie gehen Sie als Anbieter mit diesem Image um?

Uns ist klar, dass Sportwetten eine sensible Dienstleistung sind, die manchmal zu Problemen führen. Deswegen arbeiten wir auch mit Spielerberatungsstellen und Therapiestationen zusammen. Alle unsere Mitarbeiter von Admiral in Vorarlberg waren zum Beispiel schon einmal gemeinsam auf der Maria Ebene und haben dort eine Schulung gemacht.

Gibt es bei Ihrem Unternehmen so etwas wie Spielerschutzmaßnahmen?

Es gibt bei uns eine eigene Abteilung mit sieben speziell geschulten Mitarbeitern, die allen unseren Mitarbeitern ein Basiswissen zu diesem Thema vermitteln. Die Mitarbeiter erhalten einen Stufenplan, der es ihnen ermöglicht, Spieler auszumachen, die Probleme haben. Kunden können sich bei uns entweder selbst sperren lassen, oder wir sperren sie. Das passiert zum Beispiel dann, wenn sie sich weigern, ein Gespräch über ihr Problem mit einem unserer Experten zu führen, oder sie sind in diesem Gespräch nicht einsichtig.

Wann hat ein Spieler Ihrer Meinung nach ein Problem?

Wenn sie zum Beispiel aggressiv oder depressiv sind.

Wie viele regelmäßige Spieler haben Sie, und wie viele sperren Sie pro Jahr?

Wir haben derzeit circa 12.000 registrierte Kunden. 30 bis 40 Spieler werden jährlich gesperrt, die Zahl der Selbstsperren ist deutlich höher. Sie liegt zwischen 150 und 200 Personen pro Jahr.

„Wir unterstützen alle Maßnahmen gegen illegale Angebote. Diese schaden ja auch uns.

Jürgen Irsigler, Geschäftsführer Admiral Sportwetten

Sind Ihre Automaten mit dem Finanzministerium verbunden?

Im Glücksspielbereich sind die registrierten Automaten ans Bundesrechenzentrum angeschlossen, ja, im Bereich Wetten nein. Wobei der Glücksspielbereich für Vorarlberg keine Rolle spielt. In Ihrem Bundesland sind Glücksspielautomaten nämlich grundsätzlich verboten. Automatenglücksspiel ist nur in fünf Bundesländern erlaubt. Bei den Wettterminals gibt es keine gesetzliche Vorgabe, die einen Anschluss an das Finanzministerium vorsieht. Aber es wäre kein Thema, sollte das Vorschrift werden.

Durch welche Maßnahmen kann man sich effizient vor illegalem Glücksspiel und verbotenen Wettumtrieben schützen?

Wir unterstützen jede Maßnahme der Vollziehung im Kampf gegen illegale Angebote. Es gibt regelmäßige Besprechungen mit Verantwortlichen. Erst letztes Jahr gab es ein Treffen, an dem Vertreter des Landes Vorarlberg, von Polizeibehörden, von der Spielerberatungsstelle Maria Ebene und von der Wirtschaftskammer teilgenommen haben. Wir haben da Informationen ausgetauscht. Wir haben gemeinsam die Frage behandelt: Was kann man tun, um Illegalität wirksam zu bekämpfen. Uns allen ist klar, dass das Glücksspielgesetz novelliert werden muss. Ich weiß, dass man jetzt intensiv daran arbeitet. Es soll ja noch dieses Jahr zu einer Novellierung des Gesetzes kommen. Die Vollzugsorgane brauchen noch effizientere Instrumente, um die Illegalität wirksam zu bekämpfen. Das ist absolut in unserem Sinne, und zwar weil unser Image unter den illegalen Aktivitäten leidet, und weil diese illegalen Aktivitäten natürlich unmittelbar unsere Kunden ansprechen.

Welche effizienten Instrumente meinen Sie da konkret?

Die Betreiber sollten die Legalität ihrer Aktivitäten selber beweisen müssen. Es sollten bei Verdacht rasche Betriebsschließungen möglich sein, es sollte keine sogenannten Klingelbetriebe geben dürfen. Damit sind Lokale gemeint, bei denen man läuten muss, und dann werden nur bestimmte Personen eingelassen. Wir unterstützen die Forderungen der Exekutive voll und ganz.

Was sind Ihre Zukunftspläne in Vorarlberg?

Es gibt Überlegungen, zu den drei Standorten, die wir derzeit in Vorarlberg haben, noch drei weitere hinzuzufügen. Es sind auch Sponsoringaktivitäten denkbar, vor allem dort, wo wir auch mit Filialen vertreten sind.