Ausstellung von Birgit Bachmann in der Bludenzer Galerie allerArt eröffnet

Vorarlberg / 21.03.2019 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Andrea Fink, Kuratorin von allerArt, Künstlerin Birgit Bachmann mit allerArt-Obmann Wolfgang Maurer.
Andrea Fink, Kuratorin von allerArt, Künstlerin Birgit Bachmann mit allerArt-Obmann Wolfgang Maurer.

Ausstellung mit gesellschaftskritischen Ansprüchen.

BLUDENZ „Für die neue Serie in der aktuellen Ausstellung hat Birgit Bachmann, die sonst mit recht unterschiedlichen Materialien arbeitet, mit Buntstiften auf Transparentpapier gemalt. Ihre detailgetreuen Zeichnungen von Flora und Fauna zeigen vordergründig durch Wiederholung einen ornamental poetischen Charakter, ihre Narration erschließt sich jedoch erst auf den zweiten Blick“, erklärte Andrea Fink, Kuratorin der Galerie allerArt anlässlich der kürzlich stattgefundenen Ausstellungsvernissage in der Bludenzer Galerie.

Wiederkehrende Themen

„Werden und Vergehen“ und „Fremd sein“ sind dabei wiederkehrende Themen in den Arbeiten von Birgit Bachmann. Die Künstlerin wurde in Osttirol geboren und lebt heute in Kärnten. Sie studierte an der Wiener Akademie der Künste und ist Gründungsmitglied der Kulturinitiative Gmünd. Internationale Erfahrungen sammelte sie während ihrer Aufenthalte in Gastateliers in Deutschland, Indien und Italien. Bislang stellte sie unter anderem in Frankreich, Guatemala, Russland und Polen aus.

Sandra Schungard und Sabrin Khalil waren von der Ausstellung begeistert.
Sandra Schungard und Sabrin Khalil waren von der Ausstellung begeistert.

„Die Künstlerin ist gesellschaftskritisch, jedoch ohne erhobenen Zeigefinger“, betonte Fink in ihrer Vernissagerede weiter. So stellt ein von der Künstlerin bemalter Sessel, betitelt mit „Franz Ferdinand“, gemeinsam mit dem Werk „Fliegen 2014“ einen Bezug zu den Isonzo-Schlachten in Slowenien her. Zudem betrachten gut getarnte Chamäleons die Zuschauer. Die Eigenschaft ihres Farbwechselns stehe dabei sinnbildlich für den allgegenwärtigen Opportunismus. „Waterboarding“, die Lieblingsarbeit von Birgit Bachmann, zeigt Rotfeuerfische, die nachts aktiv sind und einen hochgiftigen Stachel haben. Darauf ist ein Körperumriss ohne Kopf zu sehen. Auch beim Werk „Eva und Eva“ sind Umrisslinien erkennbar.

Assoziationen

Bei Birgit Bachmann lohnt es sich, genauer hinzuschauen und eigene Assoziationen laufen zu lassen. Sie tradiert die Ikonografie der Kunstgeschichte mit eigenen Symbolen. Vielfach werden die Flüchtenden, die über das Mittelmeer kommen, thematisiert und der herrschende Populismus angeprangert.
So beschäftigt sich auch die Serie „Homeless“ mit Migration und Flüchtenden. „Diesen Themen wird eine geradezu biedermeierliche Sehnsucht gegenübergestellt“, führte die Kuratorin weiter aus. So können auch die Umrissfiguren ohne Kopf als Symbol für das kopflose Handeln während der Flüchtlingskrise gesehen werden.

Erwin Buttazoni, Margit und Wolfgang Burtscher verfolgten gespannt die Ausführungen der Kuratorin.bi
Erwin Buttazoni, Margit und Wolfgang Burtscher verfolgten gespannt die Ausführungen der Kuratorin.bi

Begeisterte Besucher

Der Schrunser Künstler Roland Haas, der bei der Vernissage ebenfalls anwesend war, sagte: „Ich kenne Birgit Bachmann seit 20 Jahren. Für mich bedeutet es eine große Wiedersehensfreude, dass sie hier in Bludenz ausstellt. Ihre Arbeit hat sich extrem entwickelt, sie ist sich aber in all den Jahren treu geblieben. Die Galerie allerArt bietet einen wunderbaren Raum, in dem ihre Werke sehr gut zur Geltung kommen.“ Die interessante Ausstellung ist noch bis 27. April zu sehen. BI