Josef Beck ist seit 40 Jahren Spielleiter der Fraschtner Bühne

Vorarlberg / 24.03.2019 • 16:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Heute feiert die Fraschtner Bühne mit der Premiere von „Vier Frauen und ein Mann“ ihr Jubiläum. Josef Beck ist seit Anbeginn Herz und Hirn der Bühne. Egle
Heute feiert die Fraschtner Bühne mit der Premiere von „Vier Frauen und ein Mann“ ihr Jubiläum. Josef Beck ist seit Anbeginn Herz und Hirn der Bühne. Egle

Josef Beck ist seit 40 Jahren Spielleiter der Fraschtner Bühne.

Frastanz Eishockey ist eine der großen Leidenschaften von Josef Beck. Besonders zu Glanzzeiten der VEU Feldkirch war er Stammgast in der Vorarlberghalle: „Vor allem wegen Ralph Krueger, weil der mit seinen Spieler umgehen konnte wie kein Zweiter.“ Das Erfolgsrezept, wie der kanadische Erfolgstrainer das absolute Maximum und noch mehr herausholen konnte, das ist auch sein Ansatz, wenn es um Becks Arbeit als Spielleiter der „Fraschtner Bühne“ geht.

Ganz bodenständig nennt sich Beck nicht Regisseur, tatsächlich ist er aber genau seit 40 Jahren für die künstlerische Leitung der Volksbühne verantwortlich. Die Theaterleidenschaft wurde bereits mit 16 Jahren bei der Laienspielgruppe Göfis geweckt, später bei der Theaterwerkstatt der Musikschule und als Leiter einer Kinderspielgruppe.

Initialzündung

So war es kein Wunder, dass sein guter Freund und damalige Frastanzer Kaplan Josef Bertsch ausgerechnet auf ihn zukam und ihn bat, doch mit Mitgliedern der katholischen Jungschar ein Theaterstück zur Aufführung zu bringen. Der Erfolg des Stücks war enorm, noch heute ist vielen Theaterfans „Das Nachtgespenst“ ein Begriff. Kurzerhand entschloss sich Beck, eine dauerhafte Laienbühne ins Leben zu rufen, die „Fraschtner Bühne“ war entstanden. 20 Jahre inszenierte Beck traditionelles Volks- und Bauerntheater im Pfarrsaal, weitere 20 Jahren dann im neuen Adalbert-Welte-Saal.

Viele Schauspieler waren und sind dem Verein treu, viele wechselten, jüngere Generationen rückten nach – geblieben ist Beck als Spielleiter. In seiner Rolle sieht sich Beck ähnlich einem Trainer. Dabei gehe es nicht darum, seinen Schauspielern das Theaterspielen zu zeigen, sondern sie auf der Bühne, verglichen mit einer Sportmannschaft, zu einer Einheit zu formen. „Da benötigt jeder den anderen, und ich bin verantwortlich, dass jeder auf der richtigen Position spielt“, sagt Beck. Aus einem Torhüter könne man eben genauso wenig einen Stürmer machen wie aus einem privat ruhigen, eher introvertierten Menschen auf der Bühne einen feurigen Liebhaber. Mit Schminke lasse sich einiges verändern, aber nicht der Charakter eines Menschen.

Entsprechend zeitintensiv ist die Auswahl des richtigen Stücks. Dort berät er sich mit seinen erfahrenen Mitstreitern, die endgültige Entscheidung liegt schlussendlich aber bei ihm. Dass ihm das in den letzten Jahren durchaus gelungen ist, bezeugt der Erfolg der Laienbühne. Der Spaß, den die Schauspieler haben, überträgt sich regelmäßig auf das Publikum.

„Wenn jemand nach einem schlechten Tag oder einer schlechten Woche zu einer unserer Aufführungen kommt und mit einem Lächeln heimgeht, habe ich meine Mission erfüllt“, präzisiert Beck seine Vorstellungen. Wie lange er seine Aufgabe noch weitermachen wird, ist offen. Irgendwann werde er die Leitung in jüngere Hände legen müssen und es gebe auch entsprechend jemand im Verein, der dies auch übernehmen könnte, derzeit ist die Freude an der Arbeit aber noch zu groß.

Die Fraschtner Bühne feiert genauso wie Beck als Spielleiter ihr 40-Jahr-Jubiläum, heute Abend steigt die Premiere des diesjährigen Stücks mit dem Titel „Vier Frauen und ein Mann“. Dabei steht Beck wie gewohnt an der Seitenlinie: Er coacht seine Theatermannschaft und macht etwas, was er gerne immer wieder macht. Im letzten Akt wechselt er sich selbst ein und spielt eine kleine Rolle. Vielleicht der Joker für das entscheidende Tor? CEG

Zur Person

Josef Beck

Geboren 25. August 1946

Beruf Pensionist, früher Möbelbranche

Familieverheiratet, fünf Kinder

Hobbys Skitouren, Schneeschuhwandern, alles, was mit Bergen zu tun hat