Sonntagsdemo in Hohenems: Harsche Kritik an türkis-blauer Regierung

Vorarlberg / 24.03.2019 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Sonntagsdemonstranten auf dem Salomon-Sulzer-Platz in Hohenems, wo bereits die erste Demo im November stattfand. VN/Lerch

Unter den Rednern der Sonntagsdemonstration waren unter anderem Christoph Hackspiel, Geschäftsführer des Vorarlberger Kinderdorfs, Psychiater Albert Lingg, Autorin Daniela Kickl und Theologe Hans Jaquemar.

Hohenems Es war zwar bereits die 15. Sonntagsdemonstration, die über die Bühne ging, allerdings die erste, bei der den Teilnehmern sonnig-warmes Wetter beschieden war. Rund 1500 Menschen fanden sich laut Polizei auf dem Salomon-Sulzer-Platz ein, um für ein menschliches Fremden- und Asylrecht zu demonstrieren. Besonders in der Kritik stand der Vorschlag von Innenminister Herbert Kickl, wonach Asylwerber für sogenannte Remunerantentätigkeiten 1,50 Euro pro Stunde erhalten sollen.

„Wir sind bereits mittendrin im autoritären Umbau unseres Staates, dessen repressive Staatsapparate die ÖVP in Form des Innen- und Verteidigungsministeriums alle ihrem rechtsextremen Koalitionspartner überlassen hat“, kritisierte Politikwissenschafter Thomas Schmidinger bei der Sonntagsdemonstration die türkis-blaue Regierung.

Europawahlen wahrnehmen

Auch Albert Lingg, Russ-Preis-Träger und pensionierter Chefarzt des LKH Rankweil, verwies in seiner Rede auf den derzeitigen Wertewandel und auf die Gefahren einer konsumgeprägten Gesellschaft: „Bekommen doch die Rechtspopulisten ringsum immer auch Applaus von Politikern unseres Landes und es wird stillschweigend hingenommen, dass die freie Meinungsäußerung und kritische Berichterstattung mehr und mehr eingeschränkt wird und Notleidende werden zynisch ihrem Schicksal überlassen“, sagte Lingg. Um dieser populistischen Tendenz entgegenzuwirken, rief er anschließend dazu auf, die kommenden Europawahlen wahrzunehmen.

Daniela Kickl, Autorin und Cousine von Innenminister Herbert Kickl, forderte ebenso zum Urnengang auf, um die türkis-blaue Regierung zu beenden. Die Autorin ging in ihrer Rede vor allem auf den Bundeskanzler ein, der durch seine Position die Taten ihres Cousins Herbert Kickl unterstützt: „Halte ich meinen Cousin für eine Gefahr für den Rechtsstaat? Ja. Halte ich diesen Kanzler, der ihn deckt und die Drecksarbeit von ihm erledigen lässt, für die größere Gefahr? Ja“, so Kickl.

Junge Menschen

Wie bereits seit Beginn der Demonstrationen in Hohenems endete die Veranstaltung mit einer Sitzdemonstration und dem gemeinsamen Singen von Louis Armstrongs „Go Down Moses“, um zu verbildlichen, dass die Demokratie in Österreich am Boden liegt. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden: „Es waren besonders viele junge Menschen unter den Demonstranten zu sehen“, sagte Bernadette Vogt.

Die nächste Sonntagsdemonstration findet am 7. April 2019, um 17 Uhr auf dem Feldkircher Montfortplatz (beim Montforthaus) statt.