Lob und Kritik für Pflegelehre

Vorarlberg / 27.03.2019 • 13:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Wirtschaftskammer macht bei der Pflegelehre Druck. AP
Die Wirtschaftskammer macht bei der Pflegelehre Druck. AP

Landesrätin Wiesflecker bringt eine weitere Ausbildungsvariante ins Spiel.

Schwarzach Peter Girardi hat das Warten langsam satt. Der Fachgruppenobmann der Vorarlberger Gesundheitsbetriebe betont: „Bereits seit mehreren Jahren setzen wir uns mit voller Kraft dafür ein, dass die duale Pflegeausbildung umgesetzt wird.“ Duale Pflegeausbildung bedeutet: Pflegelehre. Dass sich nun auch Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) für deren Einführung ausspreche, sei ein positives Signal für die Zukunft des Pflegesystems in Vorarlberg. Anders sehen es die Vorarlberger Neos.

Girardi verspricht jedenfalls: „Unsere Fachgruppe wird sich weiterhin mit aller Kraft darum kümmern, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Bundesebene angepasst werden.“  Wie die VN berichteten, sind nicht alle zufrieden damit. Zu den schärfsten Kritikern zählt der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV). Auch politisch gibt es nicht nur Befürworter. „Die Pflegelehre ist wieder ein Schnellschuss ohne langfristige Planung“, ärgert sich Neos-Abgeordneter Daniel Matt. Er schlägt das steirische Modell mit einem Vorbereitungslehrgang vor.

Indes steht auch eine Schulausbildung im Raum, wie Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) im VN-Gespräch betont: „Es gibt Überlegungen, inwieweit man auch an berufsbildenden höheren Schulen einen Pflegeschwerpunkt anbieten könnte.“ Sie unterstütze diese Idee, entweder als dreijährige Fachschule oder in Kombination mit Matura, ähnlich einer Tourismusschule. Die HLW Rankweil habe bereits konkretes Interesse geäußert. Auch Beate Fleisch-Halbeisen vom ÖGKV hält einiges von diesem Modell: „Das Ministerium macht sich mittlerweile auch schon Gedanken, ob das nicht der bessere Weg ist.“