Zoff um Lecher Zentrumsprojekt dauert

Vorarlberg / 28.03.2019 • 10:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rund 120 Lecher, darunter auch eine Gruppe Kritiker, hatten sich zur Bürgerversammlung in den Sportpark aufgemacht.  VN/Walser
Rund 120 Lecher, darunter auch eine Gruppe Kritiker, hatten sich zur Bürgerversammlung in den Sportpark aufgemacht. VN/Walser

Gemeinde Lech präsentierte bei Bürgerversammlung Großvorhaben, Gruppierung macht weiter dagegen Stimmung.

Lech Das Planen und die Umsetzung von Großprojekten können sich überaus zäh gestalten. Dessen sind sich inzwischen auch die Gemeindeoberen von Lech am Arlberg bewusst. Dort werden Pläne für den Bau eines Gemeindezentrums samt neuem Gemeindeamt, Tourismuszentrale und Veranstaltungssaal seit rund drei Jahrzehnten gewälzt. Jetzt, nachdem ein Architekturwettbewerb durchgeführt wurde und ein Projekt vorliegt, bei dem das Bregenzer Architektenbüro Dorner/Matt als Sieger hervorging und dessen Umsetzung am Montagabend dieser Woche von 16 der insgesamt 18 Volksvertreter die Zustimmung erteilt wurde, wurde zu einer Informationsversammlung in den Sportpark geladen. Und mehr denn je macht eine Bürgergruppierung gegen die Pläne mobil.

Kämpferische Töne der Kritiker

„Lech Miteinander“ nennt sich die Gruppe, die bei der Infoversammlung mit den Hoteliers Gerold, Katja und Lore Schneider sowie Brigitte Finner und weiteren Mitstreitern wie Alt-EU-Parlamentarier Hans-Peter Martin oder Thomas Eggler aus Zürs auftrat. Nach der Präsentation des Vorhabens, dessen Baukosten von rund 39 Millionen Euro zwar die Gemeindekassa über 26 Jahre hinweg belasten und der Tourismuskommune aber dennoch genügend finanziellen Spielraum lassen sollen, traten die Kritiker auf den Plan. Während die einen von Konzeptlosigkeit und Größenwahn sprachen, glaubten andere Fehler in den präsentierten Zahlen zur Finanzierung des neuen Zentrums entdeckt zu haben.

Falch: „Chance für neue Mitte“

Hans-Peter Martin wollte trotz deutlichem Mehrheitsbeschluss von Muxel gar wissen, ob er zur Abhaltung einer Volksabstimmung bereit sei. Dass die Kritiker bei der von rund 120 Bürgern besuchten Veranstaltung in der Minderheit waren, war freilich auch am Applaus zu bemerken. Allen recht getan, ist ein Kunst, die niemand kann, lautete der Tenor auf dem Podium, auf dem neben Bürgermeister Ludwig Muxel auch Architekt Christian Matt, Raumplaner Andreas Falch und ein Experte in Sachen Finanzen und Steuern Platz genommen hatten und den Bürgern Rede und Antwort standen. Falch hob in seinen Antworten im Hinblick auf das Gemeindezentrum Postareal vor allem die Chance einer neuen Mitte für Lech hervor und gab sich optimistisch, dass Lech sowohl als Lebens- wie auch als Wirtschaftsraum von der Umsetzung der Pläne profitieren werde. Gemeindechef Muxel wies Vorwürfe zurück, wonach die Bürger zu wenig in das Projekt eingebunden waren.