Harder laufen Sturm gegen Hafenpläne

Vorarlberg / 29.03.2019 • 21:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Martina Hämmerle, Pia Hollenbach, Lu Heimbach, Eckehard Krischke (Harder Liste) und Eva Schwendinger fragen: Quo vadis, Hard?
Martina Hämmerle, Pia Hollenbach, Lu Heimbach, Eckehard Krischke (Harder Liste) und Eva Schwendinger fragen: Quo vadis, Hard?

Bürger und Oppositionsparteien fordern weitere Diskussionen.

Geraldine Reiner

Hard Bürgermeister Harald Köhl­meier spricht von einem „Zukunftsprojekt“ und einem „Mehrwert für alle Harderinnen und Harder“. „Mit dem Städtebaulichen Leitbild haben wir nun eine gute und breite Basis für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Entwicklung des zukünftigen Lebens am See“, meinte er etwa in einer Aussendung zur Präsentation vergangene Woche und betonte: „Die Bürgerbeteiligung bildet seit Projektstart eine konkrete Vorgabe und wurde durch unterschiedliche Formate mit bisher bereits rund 500 Teilnehmern gewährleistet.“

Für die Bürgergemeinschaft „Gemeinsam für Hard“ klingen Worte wie diese eher wie eine Verhöhnung. „Leider wird das bisschen vorhandene Bürgerbeteiligung benutzt, um zu sagen, es hat einen breiten Beteiligungsprozess gegeben. Das war nie der Fall. Der ganze Prozess ist nicht transparent. Man pickt sich einfach raus, was man am Ende gerne haben will“, sind sich Martina Hämmerle, Lu Heimbach, Pia Hollenbach und Eva Schwendinger einig. Bei ihrer Open-Space-Gruppe habe die Bürgerbeteiligung maximal eine Dreiviertelstunde gedauert. Eine vereinbarte Vertiefung etwa in Form von Begehungen habe nie stattgefunden. Die Expertengruppe bestehe hauptsächlich aus Interessenvertretern. Informationen seien ihnen verwehrt worden. „Es ist nicht nachvollziehbar, wie und von wem die nun präsentierten Ergebnisse ausgearbeitet wurden“, ärgern sie sich. Auch ergebnisoffen sei der Prozess aus ihrer Sicht nicht gewesen. „Wir haben gefragt, ob es eine Vorgabe der Gemeinde war, dass die Schiffe näher ins Zentrum sollen. Das musste der Bürgermeister dann bejahen.“ Julien Melzer, der mit einer Jugendgruppe an dem Prozess mitgearbeitet hat, sieht seine Ideen und Wünsche ebenfalls nicht ernst genommen. „Unsere Vorschläge wurden bei der Präsentation des vorläufigen Leitbildes mit Ausnahme eines Stegs nicht gezeigt“, ärgert sich der junge Harder. Am meisten schockiert hat ihn aber die Aussage einer Gemeindevertreterin, die gemeint habe: „In zehn Jahren interessiert es euch auch nicht mehr, auf Stufen am See Döner zu essen.“

Auch auf der Facebook-Seite der Marktgemeinde Hard kommen die vorgestellten Pläne nicht unbedingt gut weg. „Das verkaufen sie uns als ,Projekt und Vorschlag der Jugendlichen‘ . . . von wegen! Und wer plant es? Wiener, weil die so viel Zeit in Hard verbringen und einen richtigen Bezug zur Gemeinde haben“, schreibt ein Nutzer. Und ein anderer meint: „Den Loop finde ich eine Katastrophe für den grünen Damm. Damit wird dieser Naherholungsbereich jeglicher Schönheit beraubt.“ „Gemeinsam für Hard“ will jedenfalls noch nicht klein beigeben. Gemeinsam mit SPÖ, Grüne und Harder Liste lädt die Bürgergemeinschaft am Sonntag, 7. April, um 19 Uhr zur einer Diskussion ins Pfarrzentrum. „Wir scheuen keine Veränderung, aber wir wollen, dass das umgesetzt wird, was die Harder im Alltag bewegt“, betont Eva Schwendinger.