Modernstes OP-Zentrum am LKH Feldkirch eröffnet

Vorarlberg / 29.03.2019 • 08:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im OP freuen sich über den neuen Arbeitsplatz.N/Lerch
Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im OP freuen sich über den neuen Arbeitsplatz.N/Lerch

Jährlich werden dort rund 28.000 Eingriffe durchgeführt.

feldkirch Der gut 120 Meter lange Flur hat den Charme einer Flughafenschleuse. Steril und unnahbar wirkt er auf den Betrachter. In diesem Fall heiligt allerdings der Zweck die Mittel, denn hinter den zwölf abgehenden Türen verbirgt sich modernste OP-Technik. Bereits im vergangenen Jahr wurden Teile der neuen OP-Spange im Landeskrankenhaus Feldkirch in Betrieb genommen. Gestern, Donnerstag, erfolgte die offizielle Eröffnung des mit 60 Millionen Euro bislang teuersten Hochbauprojekts im Land.

Gut ausgelastet

Herzstück des großzügigen, nach Süden ausgerichteten Anbaus ist der sogenannte Hybrid-OP, der über eine vollwertige Röntgenanlage verfügt, mit der während eines Eingriffs aktuelle Bilder abgerufen werden können. Benutzer der Hybrid-OP sind derzeit vorzugsweise die Gefäßchirurgie, die Orthopädie sowie die Neurochirurgie. Seit Inbetriebnahme der neuen Räumlichkeiten gab es rund 12.000 Operationen. Pro Jahr führen die Mediziner im Landeskrankenhaus Feldkirch etwa 28.000 Eingriffe durch.

Eine derart große Anzahl von OP-Räumen erfordert eine entsprechende Koordination. Einer der Koordinatoren ist Jochen Bernardi. Täglich ordnet er gut 60 Fälle und, je nach Saison, zwei bis 18 Notfälle zu. Jeder OP ist so eingerichtet, dass der Patient zentral in der Mitte liegt, die Operateure befinden sich links und rechts des OP-Tisches, dahinter sind die Anästhesisten platziert. Bevor Hand angelegt wird, erfolgt aber noch einmal eine genaue Prüfung der Sachlage. „Ist es der richtige Patient, die richtige Extremität, liegen die richtigen Instrumente bereit“, listet Chefarzt Primar Wolfgang Elsäßer als Beispiele auf. Dann erst geht es los. Die ersten Patienten werden bereits um sieben Uhr morgens von der Station geholt und auf die Operation vorbereitet, damit pünktlich um acht mit den Eingriffen begonnen werden kann. Insgesamt arbeiten 202 Ärztinnen und Ärzte inklusive der Turnusärzte im OP-Zentrum. Dazu kommen noch 77,3 Stellen für die OP-Pflege sowie 42,3 Stellen für die Anästhesiepflege.

Technische Vorsorge

Vorgesorgt ist auch für den technischen Notfall. Die Steckdosenleisten verfügen über grüne und orange Steckdosen. Alle wichtigen Geräte hängen an den orangen Steckdosen und damit automatisch an den Notstromaggregaten, die sofort anspringen, wenn der Strom ausfallen sollte. Drei Tage könnten die Operationsräume mit Hilfe von Dieselgeneratoren am Laufen gehalten werden.

Solche Szenarien waren bei der Eröffnungsfeier kein Thema. Im neuen Speisesaal, ebenfalls Teil des Umbaus, hatten sich Mitarbeiter und zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung eingefunden. Chefarzt Wolfgang Elsäßer betonte, dass mit der Inbetriebnahme das Nadelöhr bei den Intensivplätzen beseitigt werden konnte. Der Ärztemangel sei in Feldkirch mittlerweile vorbei, jetzt gelte es, beim Pflegepersonal anzusetzen. Immerhin dauere es ein Jahr, bis ein Krankenpfleger als OP-Pfleger einsatzfähig sei. Es handle sich um einen hochtechnisierten und spezialisierten Beruf. Landeshauptmann Markus Wallner freute sich, dass die Investition weiterhin Spitzenmedizin im LKH Feldkirch erlaube. „Es ist unser Ziel, Gesundheitsversorgung auf allerhöchstem Niveau für alle Menschen zugänglich anzubieten“, sagte er. Über 500 Millionen Euro investiere Vorarlberg in die Gesundheitsversorgung, und es seien bereits Mittel für weitere bauliche Maßnahme  vorgesehen. „Wir wollen eine optimale Versorgung nicht nur heute und morgen, sondern auch übermorgen.“