Bischof Benno: „Mit dir gehe ich all meine Wege.“

Vorarlberg / 02.04.2019 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Viktor Frankls Werk "Trotzdem Ja zum Leben sagen" spielte in der Fastenpredigt von  Bischof Benno Elbs eine wichtige Rolle. Egle
Viktor Frankls Werk „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ spielte in der Fastenpredigt von Bischof Benno Elbs eine wichtige Rolle. Egle

Bischof Benno Elbs spricht im Rahmen der Rankweiler Fastenpredigten über seinen eigenen Glaubensansatz.

Rankweil Die Schlagzeilen über die römisch-katholische Kirche in den vergangenen Monaten waren oft nicht sonderlich positiv. Da war von Missbrauchsfällen ebenso zu lesen wie von Machtgier oder Prunksucht. Was lässt Menschen trotzdem noch glauben? Das ist Inhalt der diesjährigen Fastenpredigten in der Rankweiler Basilika. Einer, bei dem man grundsätzlich davon ausgeht, dass sein Glaube unerschütterlich sein muss, war vergangenen Sonntag am Wort: Bischof Benno Elbs. Das Zitat „Mit dir gehe ich all meine Wege“ stammt aus der Lesung aus dem Johannesevangelium, welche im Vorfeld der Predigt stand. Als sich immer mehr Menschen von Jesus abwenden, fragt er seine Jünger, ob auch sie sich von ihm abwenden. Das verneint Petrus und sagt weiter: „Du allein hast die Worte des ewigen Lebens.“ Diese Worte überträgt der Bischof auf die aktuelle Situation der Kirche. „Ruinen geben den Blick frei auf den Himmel“, sieht er das derzeitige Haus der Kirche durchaus beschädigt, glaubt dadurch aber an eine positive Zukunft.

„Die Ohnmacht des Lebens gibt den Blick frei zu Gott und dem Glauben.“

Bischof Benno Elbs

Bischof Benno zitiert des Weiteren auch den Wiener Psychiater Viktor Frankl, der seine Zeit im Konzentrationslager 1946 in dem Buch „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ verarbeitet hat. Dieses Wort „Trotzdem“ ist für den Bischof in der jetzigen Situation von zentraler Bedeutung. Beim Besuch von Schülern in Bregenz, von denen einer Suizid begangen hatte, habe er dieses „Trotzdem“ ebenso erlebt, wie bei jener Familie, deren Sohn vor Kurzem im benachbarten Tirol ermordet worden war. Beides enorm schwierige Situationen, die viele Menschen verzweifeln lassen würde, die aber im Glauben an Gott einen Weg für die Zukunft und die Hoffnung gefunden haben. „Hinter allen Dingen, auch hinter dem brennenden Dornbusch, ist einer der mich liebt und mir vertraut“, sagt Elbs weiter. Aus jeder noch so verzweifelten Lage gebe es mit dem Glauben einen Ausweg, ist er überzeugt.

So gehe das auch den rund 100 Millionen derzeit weltweit wegen ihres Glaubens verfolgten Christen. Elbs verweist auf Kontakte nach Pakistan, wo Christen durch einen simplen Vorwurf, dem falschen, dem christlichen Glauben anzugehören, zu Freiwild werden und wo es unzählige solcher Blasphemiemorde gebe. Auch diese Menschen gehen „Trotzdem“ ihren Weg weiter. Der Bischof schloss mit der Ansicht, dass Gott heutzutage „Trotzdem“ sein Werk verrichtet. In der Kirche, in der Pfarrgemeinde, in der Familie, es brauche nur die entsprechend offenen Augen und Ohren, um dies zu sehen und zu hören. CEG