Raumbild 2030: Eine Praxisanleitung für die Zukunft

Vorarlberg / 02.04.2019 • 20:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorarlberg wächst zusammen. VN/Paulitsch
Vorarlberg wächst zusammen. VN/Paulitsch

Die Landesregierung hat das neue Raumbild beschlossen.

Bregenz Vorarlbergs Erscheinungsbild hat sich im Lauf der Jahrzehnte drastisch verändert. Das Land wächst und wächst und wächst, zumindest was Wirtschaft und Bevölkerung betrifft. Laut einer Prognose sollen im Jahr 2050 rund 440.000 Einwohner hier leben, derzeit sind es 390.000. Schon jetzt ist es eng geworden. Wie soll es also weitergehen? Wie wird das Land in Zukunft aussehen? Wie wird Wohnen wieder leistbarer? Solche Fragen wurden im Prozess zum Raumbild 2030 diskutiert. Mitte 2017 gestartet, hat die Landesregierung am Dienstag das Ergebnis beschlossen. Nun geht es in die Praxis: In der Raumbildbroschüre sind zahlreiche Vorhaben für den sorgsamen Umgang mit Grund und Boden formuliert. Daraus soll nun ein Aktionsplan entstehen.

Das Raumbildkonzept unterscheidet zwischen oberster und mittlerer Priorität, wobei kurzfristig nicht mehr viel möglich ist. Im Herbst wird schließlich gewählt. „Im Großen und Ganzen ist es eine Handlungsanleitung für die nächste Periode“, betont deshalb Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Oberste Priorität bedeutet, dass die Vorhaben in drei bis fünf Jahren umgesetzt werden. Zum Beispiel:

  • Regeln für Grundstücksentnahmen aus der Landesgrünzone: Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) verweist zwar auf die Statistik, wonach die Grünzone seit 1977 um nur 0,89 Quadratkilometer kleiner wurde. Dennoch werden Kriterien entworfen.
  • Maßnahmen zur Mobilisierung von Bauland: Davon wäre genug vorhanden, sagt Wallner. Ein Drittel des gesamten Baulands sei noch ungenutzt. Neben der neuen Raumordnung, die seit dem 1. März gilt, soll ein Bodenfonds helfen. Zudem soll es erleichtert werden, im Zuge eines Baurechts auf fremden Grundstücken zu bauen.
  • Leerstandsmobilisierung: Eine Studie hat sich dem Thema bereits gewidmet. Das Land möchte die Frage nun vertiefen, zum Beispiel durch Leerstandsmelder. Außerdem sollen Eigentümer unterstützt werden, wenn sie vermieten wollen, auch steuerliche Anreize zur Vermietung oder ein Leerstandsbeitrag sind angedacht.
  • Änderung für Einkaufszentren: Die Grundsätze für die Genehmigung werden überarbeitet. Des Weiteren sollen Verkaufsflächenobergrenzen festgelegt werden.
  • Mobilitätskonzept: Rüdisser betont, dass die Maßnahmen im Raumbild eng mit denen aus dem Mobilitätskonzept verknüpft sind. Dieses soll im Juli präsentiert werden. Im Raumbild ist davon die Rede, ein neues Konzept für den Vorrang von öffentlichen Verkehrsmitteln an Knotenpunkten zu erstellen. Zudem sollen die Kapazitäten für den Bahnverkehr im Rheintal untersucht werden.
  • Einige weitere geplante Maßnahmen: Evaluierung der Wohnbauförderungsrichtlinie, Entwicklung eines Leitbilds für große Gewerbegebiete; eine Ferienwohnungsquote; mehr Gründächer; Landschaftsentwicklungskonzepte; ein Landschaftsfonds; Verhaltensregeln zum Beispiel für Skifahrer, Mountainbiker und Wanderer, um Nutzungskonflikte zu vermeiden.

Ob all das gelingt, soll regelmäßig geprüft werden, wie Sabine Danczul, Leiterin der Raumplanungsabteilung, erklärt. Alle fünf Jahre ist ein Raumplanungsbericht geplant.

So hat sich das Rheintal seit 1930 verändert:

Bregenz Rieden-Vorkloster

1930
1970
2018

Dornbirn Schoren

1930
1970
2018

Feldkirch-Altenstadt

1930
1970
2018

Hier geht es zum Raumbild 2030