Neue Hoteliersfamilie Matt tauft nach Umbau Hotel Alpenblick in Lingenau um

Vorarlberg / 04.04.2019 • 10:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Monika Matt und Sohn David sind die neuen Hoteliers des Hotels Alpenblick. Strauss

Besitzerwechsel bringt Umbaumaßnahmen und neuen Namen s’Matt.3

Lingenau Unverhofft kommt oft, sagt ein geflügeltes Wort. In diesem Fall war es eine unverhoffte Entwicklung, die alles andere als oft eintritt, sondern eher selten kommt: Das Hotel Alpenblick in Lingenau hat Ende Jänner geschlossen und nach einer umfassenden Modernisierung und damit verbundener Neuausrichtung wird am 20. Juni Wiedereröffnung gefeiert, als s’Matt.3, das dritte etwas andere Hotelprojekt der Familie Matt, die ihr Hotelkonzept bereits vor drei Jahren in Röthis und im Vorjahr in Feldkirch umgesetzt hat.

Es kam ganz anders

Dabei wollten Erika und Florian Kühne, die den Familienbetrieb in Lingenau vor mehr als 30 Jahren übernommen hatten, mit Peter Matt (Ländle-Bau, Ländle-Immobilien) nur den Umbau des Hotels Alpenblick besprechen. Im Laufe des Abends gingen die Gespräche aber in eine ganz andere Richtung und am Ende war der Verkauf des Hotels an Peter Matt ausgemacht.
Florian Kühne erklärt seine spontane Entscheidung mit Meister Eckhart: „Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“
Es sei wohl das Christkind gewesen, so Kühne, „das uns zwei Menschen geschickt hat, die den Alpenblick voller Tatendrang, neuer Ideen und Motivation weiterführen werden. Nun geht die Geschichte dieses Hauses auf andere, großartige Weise, mit neuem Konzept, jedoch ohne uns als Gastgeber, weiter“, lässt er zum Abschied wissen.

Wir freuen uns auf den Bregenzerwald

Wie dieses neue Konzept aussieht, wollte die VN Heimat von Monika Matt, Geschäftsführerin von s’MATT Hotels, und Sohn David, der im Mai in die Hotelgesellschaft einsteigt, wissen. „Wir freuen uns auf den Wald“, ist ihre Botschaft und sie skizzieren ihre Pläne für das Haus: „Das Hotel wird generalsaniert, der Restaurantbereich für Tagesgäste wird aufgelöst, stattdessen gibt es ein Tagescafé, dessen Schwerpunkt auf dem Brunch-Angebot liegt. Damit wollen wir auch weiterhin ein Haus für einheimische Gäste bleiben. Im Freizeitbereich werden wir das Angebot für Fitness und Kinder ausbauen, so ist zum Beispiel auch ein Fahrradverleih vorgesehen.“

Ein neues Geschäftsfeld

Mit Ländle-Bau und Ländle´-Immobilien GmbH ist Peter Matt seit vielen Jahren erfolgreich tätig, jetzt hat der Familienbetrieb mit der Hotelbranche ein neues Geschäftsfeld aufgetan, das ganz auf der Linie liegt, alter Bausubstanz neues Leben einzuhauchen.
Es muss aber, so Monika Matt, nicht immer ein Hotelbetrieb sein, auch alte Wohnhäuser stehen im Fokus. Dabei wird viel Kreativität investiert, um auch schwierige Projekte zu meistern, denn es ist der Ehrgeiz, aus Projekten, bei denen man nicht so recht weiß, wie es weitergehen soll, etwas Schönes zu machen.
Das ehemalige Gasthaus Adler in Röthis wurde vor Jahrzehnten als Gasthof aufgelassen und war zuletzt nur noch Wohnhaus. Eigentlich, so Matt, wurde schon über einen Abbruch nachgedacht, doch das Objekt konnte in Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt erhalten werden.
Ähnlich die Situation in Feldkirch, wo eine alte Betriebshalle zur Disposition stand, mit der man eigentlich auch nicht so recht wusste, was daraus werden soll. Auch hier wurde eine Lösung gefunden, die das touristische Angebot der Montfortstadt unter dem Motto „s’Matt BOB-Hotel“ (bed-office-breakfast) ergänzt.
Auf ein Projekt sind die Matts besonders stolz: In Lindau entstand ein Lieblingsprojekt des Firmeninhabers: die denkmalgeschützte und unter Aufsicht des österreichischen und deutschen Denkmalamtes restaurierte Goldschmiedsmühle. Eine ähnlich große Herausforderung war das Projekt Schloss Ebenau. Die dem Verfall überlassenen Objekte wurden durch enormen finanziellen Einsatz und persönliches Engagement für viele weitere Generationen erhalten. stp