Willibald Schmidt entdeckte vor fast 50 Jahren seine Leidenschaft für Fotografie

Vorarlberg / 04.04.2019 • 17:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Schmidt ist ein richtiger Vereinsmensch: Neben seinem Amt als Obmann des Fotoclubs Kontakt ist er noch in drei weiteren Vereinen tätig. UYSAL

Der Obmann des Fotoklubs Kontakt wurde bereits mehrfach für seine Fotografien ausgezeichnet.

Feldkirch Eine der bekanntesten Gisinger Persönlichkeiten hat ihre Wurzeln in Eggendorf (NÖ). Dort wurde Willibald Schmidt 1949 geboren und ist auch dort aufgewachsen. Aus Begeisterung für die Technik entschied er sich dafür, eine Schlosserausbildung zu absolvieren, in den späten 1970er-Jahren reiste Schmidt dann für diverse Montageaufträge durch ganz Österreich bis nach Lindau. „Mit den Arbeitskollegen waren wir fast täglich in Vorarlberg“, erinnert sich Schmidt zurück. Hier im Ländle hat er seine Ehefrau Erika kennengelernt. 1983 zog das Paar schließlich nach Gisingen. „Wir haben hier in kürzester Zeit einen riesigen Bekanntenkreis aufgebaut“, führt er aus. „Sogar der damalige Pfarrer Michler hat uns persönlich willkommen geheißen.“ Heute könnte sich Schmidt nicht vorstellen, woanders zu Hause zu sein. „Hier ist alles sehr zentral: Wir haben Schulen, Nahversorger, und im Alter wird natürlich auch das Thema Apotheke immer wichtiger.“

Die Welt durch seine Linse

Mittlerweile ist Schmidt seit 26 Jahren Obmann des Fotoklubs Kontakt. Erste Berührungen mit der Fotografie machte er mit der Geburt seines Sohnes im Jahr 1971. „Mir war es wichtig, jeden Schritt festzuhalten.“ Nach einem Vierteljahrhundert an der Spitze des Vereins wird es für den 70-Jährigen jedoch Zeit, die Leitung in jüngere Hände zu geben. Mit der nächsten Jahreshauptversammlung legt er sein Amt nieder. „Ich hätte da schon ein paar Kandidaten im Auge, mit denen ich mal zusammensitzen werde.“ In der 40-jährigen Vereinsgeschichte wäre Schmidts Nachfolger erst der vierte Obmann.

„Am Anfang trieb mich das Messen unter den Kollegen an, so konnte man die Entwicklung am besten mitverfolgen. Später kamen weltweite Wettbewerbe dazu.“

Willibald Schmidt, Obmann Fotoklub Kontakt

Schwerpunkt seiner Fotoarbeiten sind insbesondere die Dokumentation der Enkelkinder und die Architektur. „Am Anfang trieb mich das Messen unter den Kollegen an, so konnte man die Entwicklung am besten mitverfolgen. Später kamen weltweite Wettbewerbe dazu“, führt Schmidt aus. Bronze, Silber und Gold erreichte der Hobbyfotograf etwa bei der FIAP (Fédération Internationale de l’Art Photographique); beim UNO-City-Wien-Wettbewerb war er Gesamtsieger in gleich drei Themenbereichen. „Auf diese Erfolge bin ich besonders stolz.“

Architektur zählt zu den Schwerpunkten der Fotografiearbeit von Schmidt. SCHMIDT
Architektur zählt zu den Schwerpunkten der Fotografiearbeit von Schmidt. SCHMIDT

Feldkirchs Geschichte festhalten

Die Liebe zum Dokumentarischen spiegelt sich auch im zweiten Hobby Schmidts wider. Durch seine Gattin entdeckte er Kupferstiche von Matthäus Merian. Daraus entstanden Neugier und Faszination. „Es ist mit der Zeit immer mehr geworden, bis wir keinen Platz mehr hatten“, erinnert sich Schmidt. Dann hat sich das Paar auf Ansichtskarten und Briefe konzentriert. „Dort erfährt man am ehesten, wie die Menschen gelebt haben und mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten.“ Auf den Brief von Philipp M. Schmutzer (1821–1898) ist der Hobbyhistoriker besonders stolz: Schmutzer hat für seinen Schüler, den später berühmt gewordenen Liechtensteiner Komponisten Josef Gabriel Rheinberger (1864–1936), um ein Stipendium angefragt. Auch eine Telefonkarte aus dem Jahr 1899 „zum telephonischen Sprechen im interurbanen Verkehr von Feldkirch nach Ravensburg“ zählt zu seinen größten Schätzen.

Aus der Sammlung von Willibald und Erika Schmidt.
Aus der Sammlung von Willibald und Erika Schmidt.

Um eine Brücke von der Fotografie zur Historie zu schlagen, ist Schmidt der Museumswelt Frastanz beigetreten. Dort hat er geholfen, die Abteilung Fotografie aufzubauen. Vor zwölf Jahren hat das Projekt gestartet. Damals wurde im steirischen Edelschrott der Gemeindekeller geschlossen, der als Museum diente. Alle Gerätschaften mussten weichen und haben in der Museumswelt Frastanz Platz gefunden. Schmidt will zukünftig auch Sonderausstellungen auf die Beine stellen, zum Beispiel Japan und Fotografie, Nikon, Canon usw. Bis Anfang nächsten Jahres soll die Abteilung fertiggestellt werden. ETU

Zur Person

Willibald Schmidt

Geboren in Eggendorf (NÖ) am 25. Jänner 1949

Beruf Schlosser, Vermessungsbeamter in Pension

Vereine Fotoklub Kontakt, Museumswelt Frastanz, Philatelieclub Montfort und Heimatkundeverein Altenstadt

Familie verheiratet, zwei Kinder, fünf Enkelkinder