Sechs Kandidaten gehen auf Konfrontation

Vorarlberg / 07.04.2019 • 21:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

EU-Spitzenkandidaten bieten breites Spektrum.

rankweil Die EU-Wahl ist Bewährungsprobe, Belastungstest und Schicksalswahl zugleich. Es steht ein Sechskampf bevor, der von ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten ausgetragen wird. Am Mittwoch, 10. April 2019 stehen sie sich im Vinomnasaal in Rankweil gegenüber. Ab 20 Uhr wird die Diskussion live auf VN.AT übertragen.

Einer der Diskutanten ist Johannes Voggenhuber. Der 68-Jährige geht für „Jetzt“ ins Rennen und soll die Liste in Österreich und auf EU-Ebene festigen. Voggenhuber zählt zu jenen, die den Grünen abtrünnig wurden. 1995 bis 2009 gehörte er dem EU-Parlament an. Er wäre gerne länger geblieben, konnte sich aber nicht gegen Ulrike Lunacek durchsetzen. Vor dem EU-Beitritt Österreichs wetterte er gegen die EU, mittlerweile ist er glühender Europäer.

Glühende Europäerin ist auch Claudia Gamon. Die 30-Jährige ist zwar eine junge, aber erfahrene Kandidatin. Sie zählt zu den Gründungsmitgliedern der Neos. Sie stellte sich stets als engagierte Wahlkämpferin unter Beweis; bei der Nationalratswahl 2013 wie bei der Landtagswahl im Jahr darauf. Seit 2015 ist die Vorarlbergerin Nationalratsabgeordnete und widmet sich unter anderem den Themen Gleichberechtigung, Wissenschaft und Europa. Nicht mehr im Nationalrat vertreten ist Werner Kogler. Er ist der Mann für alles bei den Grünen; jener, der es richten soll. Der 55-Jährige saß von 1999 bis 2017 als Abgeordneter im Nationalrat – bis die Partei rausflog. Jetzt geht es für Kogler um die Konsolidierung. Die EU-Wahl möchte er zur Klima-Wahl machen. Gegen CETA und TTIP wettert die FPÖ. Aufgrund ihres Koalitionsabkommens mit der ÖVP musste sie aber CETA durch den Nationalrat winken. Blauer Spitzenkandidat bleibt Harald Vilimksy. Die 31-jährige Petra Steger kandidiert zwei Plätze hinter ihm. Sie gilt als freiheitliche Nachwuchshoffnung.

Ein „Abweichler“

Sportlich ist auch Andreas Schieder (SPÖ), der sich von Yoga über Bergsteigen bis Mountainbiken gerne öffentlich bewegt. Seine politische Karriere startete der 49-jährige Wiener bei den Jungsozialisten, er war bereits Landtagsabgeordneter und Bezirksvorsteher in Penzing. 2006 wechselte Schieder in den Nationalrat, zwei Jahre später war er Staatssekretär und ab 2013 SPÖ-Klubobmann. Eigentlich wollte Schieder Wiener Bürgermeister werden, allerdings konnte er sich nicht gegen Michael Ludwig durchsetzen. Die EU-Spitzenkandidatur trat er an, da Christian Kern seine Ankündigung zurückgezogen hatte.

Im Nationalrat war Othmar Karas auch schon, allerdings nicht so lange wie im Europäischen Parlament. Dort sitzt er bereits seit 1999. Karas ist auch heuer Spitzenkandidat, obwohl er von der neuen Parteilinie häufiger abweicht.

Die Indexierung der Familienbeihilfe für Kinder im EU-Ausland hält er für EU-rechtswidrig. Außerdem kritisierte er die Bundesregierung für ihre Ablehnung des UN-Migrationspakts. VN-EBI