Junger Sprayer zur Kasse gebeten

Vorarlberg / 10.04.2019 • 22:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wollte mit seinen Taten Eindruck schinden. eckert
Der Angeklagte wollte mit seinen Taten Eindruck schinden. eckert

Sanktion für seine zahlreichen Verunstaltungen beträgt lediglich 150 Euro.

Feldkirch „Es war eine schwierige Zeit für mich“, beginnt der ordentlich gekleidete junge Mann bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch Richter Richard Gschwenter seine Hintergründe zu erzählen. Er zog mit 16 Jahren von zuhause aus und lebte zum Teil im Freien, war obdachlos, mal hier mal dort gemeldet.

Zuhause nur Probleme, Schulwechsel von der Sonderschule in die Hauptschule. Kein Anschluss zu anderen Jugendlichen, die mit ihm nichts zu tun haben wollten. Da zog er angeblich los, um auf seine Art und Weise bei den Schulkollegen Eindruck zu schinden. Ein „Geheimzeichen“ sollte quasi als Code belegen, was er sich alles traut. Dieses Zeichen sprühte und malte er in Schwarzach auf mehrere Bänke und Gebäude.

Sinnloser Vandalismus

Der junge Mann versprühte einen Feuerlöscher. Schaden knapp 270 Euro. Er besprühte eine Parkbank, eine Gebäudewand eines Schwarzacher Lokals, der Schaden: 500 Euro. Ebenfalls in Schwarzach beschmierte er die Bahnhofhaltestelle, auch hier 300 Euro Schaden. Eine Kapelle wurde von dem Teenager ebenfalls heimgesucht. Er beschädigte eine Kerze, eine Vase und ein Fürbittenbuch, indem er den ganzen Altar umwarf. Der Schaden wurde mit bescheidenen 50 Euro beziffert. Die beschmierte Trafostation wieder in Ordnung zu bringen, kostete 500 Euro. Von den Schäden kann der junge Arbeitslose, der 400 Euro Sozialhilfe bezieht, laut Gericht angeblich nichts zurückzahlen. Inzwischen wohnt er wieder zuhause bei seiner Mutter, bald muss er seinen Grundwehrdienst antreten.

Weil er geständig ist und bislang unbescholten war, wird ihm eine Diversion angeboten. Er bietet an, im Sinne von Wiedergutmachung gratis gemeinnützige Leistungen zu erbringen. Doch das geht sich zeitlich mit dem Präsenzdienst nicht aus. Somit bekommt er eine Geldbuße von 150 Euro. Die Mutter streckt ihm das Geld vor. „Er soll Ihnen das Geld aber zurückzahlen!“, appelliert der Richter an die Mutter, den Betrag zurückzufordern. Zuhause funktioniert das Zusammenleben nun anscheinend gut, der Junge helfe fleißig im Haushalt. „Da muss ich nichts mehr sagen“, erzählt sie. „Machen Sie weiter so!“, gibt ihm der Richter mit auf den Weg. Nach dem Bundesheer will sich der 20-Jährige eine Arbeit suchen. EC