Grünes Licht für Erweiterungspläne

Vorarlberg / 12.04.2019 • 18:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

BH Bludenz stellt positiven Bescheid für Bikepark-Erweiterung aus. Umweltschützer sehen Naturpark in Gefahr.

Bürserberg Natur- und Vogelschützer hatten gegen das geplante Projekt im Brandnertal mobil gemacht. Jetzt liegt die Bewilligung vor. Mit Datum 9. April hat die Bezirkshauptmannschaft Bludenz den positiven Bescheid ausgestellt. Acht neue Strecken dürfen damit gebaut werden.

Eingereicht wurden die Pläne von den Gemeinden Brand und Bürserberg. „Es war immer klar, dass es eine zweite Ausbaustufe des Bikeparks geben wird“, hatte der Bürserberger Bürgermeister Fridolin Plaickner den VN gesagt. Der Ausbau sei für das Überleben der Betriebe und die Bergbahnen im Brandnertal zukunftsweisend. Mit dem positiven Bescheid scheint dem Bauprojekt vorerst nichts mehr im Weg zu stehen.

Acht neue Strecken

Gebaut sollen gesamt acht neue Strecken mit einer Länge von über 20 Kilometern werden. Dabei wird auch die höchste Erhebung, der Loischkopf, erschlossen. „Ihn brauchen wir, damit das geplante Karussell funktionieren kann“, erklärt Philipp Kettner von der Betreiberfirma IMM (Mountain Movement GmbH). Ziel ist es, Brand und Bürserberg mit einem zeitgemäßen Streckennetz zu verbinden. 850.000 Euro soll das Bauvorhaben kosten und für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte Bikepark Brandnertal sorgen. Eröffnet wurde die Anlage im Sommer 2014.

Die Betreiber zeigen sich erfreut über den positiven Baubescheid. Eine Umsetzung des Bauvorhabens soll zeitnah erfolgen, so Philipp Kettner in einer ersten Reaktion. „Wir können mit dem Bau wie geplant starten. Das betrifft auch die Kompensationsmaßnahmen, die im Bescheid festgehalten sind“, so der Betreiber. Die Bauarbeiten sollen jedenfalls noch im Sommer starten.

„Naturpark in Gefahr

Mit dem Einreichen der Erweiterungspläne sind auch kritische Stimmen laut geworden. Naturschützer sind Sturm gelaufen. Das Projekt „sprenge Dimensionen des Erträglichen“, hatte Franz Ströhle, Obmann des Alpenschutzvereins gesagt. Gemeinsam mit Alpenverein und Naturschutzbund wurde auf die sensible Naturlandschaft aufmerksam gemacht, die mit dem Ausbau gefährdet sei. Negativ beurteilt wird das Bauvorhaben auch vom Amtssachverständigen der BH Bludenz.

Besonders die geplanten Strecken am Loischkopf sind Natur- und Vogelschützern ein Dorn im Auge. Das auf der roten Liste der bedrohten Vogelarten stehende Auerhuhn würde gestört. Die Population, bestehend aus sieben Tieren, sei in ihrer Existenz bedroht, so BirdLife Vorarlberg.

Aufgeben wollen die Gegner des Projekts noch nicht. „Wir werden schauen, welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt“, sagt Franz Ströhle. Gefährdet sehen die Naturschützer durch den BH-Bescheid das grenzüberschreitende Projekt „Naturpark Rätikon“, wo derzeit eine Machbarkeitsstudie laufe. „Wenn ein derart naturzerstörendes Projekt im Gebiet eines geplanten Naturparks hingenommen wird, dann ist auch ähnlichen Projekten Tür und Tor geöffnet“, glaubt Ströhle, dass dies bereits jetzt das Aus für den Naturpark bedeutet. VN-MIG