Lammfleisch ist im Trend: „Die Nachfrage wird immer größer“

Vorarlberg / 12.04.2019 • 09:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bernd Bechter hält seit 20 Jahren Schafe. Derzeit leben auf seinem Hof über 200 Mutterschafe und 150 Lämmer.  F. Sams
Bernd Bechter hält seit 20 Jahren Schafe. Derzeit leben auf seinem Hof über 200 Mutterschafe und 150 Lämmer.  F. Sams

Ländle Marketing zieht Bilanz. Schafzüchter Landwirt Bernd Bechter geht auf seinem Hof neue Wege.

Geraldine Reiner

Schwarzach 2018 war ein gutes Apfeljahr. „Die Ernte fiel mit einer Vermarktungsmenge von knapp 600 Tonnen überdurchschnittlich gut aus“, resümiert Marcel Strauß, Geschäftsführer von Ländle Qualitätsprodukte Marketing (LQM). Als voller Erfolg gilt auch die Ländle-Kalbsbratwurst. Laut Kampagnen-Leiter Martin Wagner wurden in den ersten sechs Wochen über 100.000 Stück verkauft. „Unsere ohnehin hoch angesetzten Erwartungen konnten damit noch deutlich übertroffen werden“, sagt er. Gleichzeitig verzeichneten die Gütesiegel-Programme einen regen Zuwachs. „Im Vergleich zu 2016 wuchs das Ländle-Honig-Programm von neun auf 23 Betriebe an. Insgesamt konnten damit über zehn Tonnen Ländle-Honig vermarktet werden“, rechnet Strauß vor. Das Ländle-Lamm-Programm habe mit 17 neuen Produzenten und 36,2 Tonnen zertifiziertem Lammfleisch ebenfalls eine starke Steigerung vorzuweisen.

150 Lämmer

Ein Teilnehmer der ersten Stunde ist Bernd Bechter (45). Der Landwirt aus Schwarzach produziert seit 20 Jahren Lammfleisch. „Angefangen habe ich ganz klein, mit zwei bis drei Schafen. Vor 15 Jahren hatte ich dann die Möglichkeit, die hintere Halle zu pachten und vor zehn Jahren das Glück, alles kaufen zu können“, erzählt der 45-Jährige. Mittlerweile leben auf dem Hof in der Riedstraße 22 über 200 Mutterschafe. In den vergangenen Wochen haben sie rund 150 Lämmer auf die Welt gebracht. „Die Tendenz geht eher nach oben. Die Nachfrage nach Lammfleisch wird immer mehr und mehr“, berichtet Bechter. Nächste Woche geht es für die Tiere ab auf die Weide und anschließend auf die Alpe. Im November kommen sie dann wieder zurück in den Stall. Rund um Ostern wird traditionell viel Lamm gegegessen. „Gott sei Dank läuft das Fleisch aber das ganze Jahr“, ergänzt Bechter.

Als Edelteile gelten Schlegel und Rücken, doch auch die Schulter ist in vielen Ländern ein Delikatesse. „Die ist mittlerweile schon bald leichter wegzubringen als die Edelteile“, sagt der Schafzüchter. Da in einigen Kulturen auch gerne ganze Lämmer gegrillt werden, plant Bernd Bechter ein Schlachthaus mit einer Kühlanlage. „Viele möchten die Tiere lebend aussuchen und beim Schlachten dabei sein. Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, dass sie das im Land offiziell tun können“, begründet der gelernte Metzger. Die älteren Schafe werden zu Würsten, Leberkäse oder Mostbröckle verarbeitet. Auch die Lammfelle und die Wolle sind laut Bechter nachgefragt. „Ich habe angefangen, mit der Wolle Teppiche weben zu lassen. Es rufen mich auch immer wieder Leute an, die die Wolle als Dünger für den Garten wollen“, erzählt er.

Mehr Fleisch

Von den rund 3600 landwirtschaftlichen Betrieben im Land nimmt laut Ländle Marketing rund ein Drittel am Gütesiegelprogramm teil. Eines der Ziele für das laufende Jahr ist es, den Anteil des regionalen Fleisches am Markt noch mehr zu stärken.