Gletscherbericht des Alpenvereins: Auch Vorarlberger Gletscher schmelzen weiter

15.04.2019 • 12:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch die Gletscher der Silvretta waren am Ende des Sommers stark ausgeapert. Hier der Blick auf den Ochsentaler Gletscher (Silvretta) im Jahr 2014. Foto: Günther Groß/VN Archiv

Aktueller Gletscherbericht: Österreichs Gletscher sind weiter auf dem Rückzug, darunter auch der Vermuntgletscher.

Schwarzach Österreichs Gletscher sind auch in der Periode 2017/18 weiter auf dem Rückzug gewesen, wie aus dem aktuellen Gletscherbericht des Alpenvereins Österreich hervorgeht. Bei 93 vom ÖAV-Messteam untersuchten heimischen Gletschern wurden mittels Messungen vor Ort und Fotovergleichen Änderungstendenzen festgestellt: 89 Gletscher zogen sich zurück, lediglich vier blieben stationär. 

Der durchschnittliche Längenverlust betrug 17,2 Meter (2016/17: 25,2 Meter) und sei der sechsthöchste seit 1960, berichtete Gerhard Karl Lieb, Leiter des Messdienstes des Alpenvereins. 89 der 93 beobachteten Gletscher zogen sich zurück, vier blieben stationär. Der größte Längenverlust wurde mit 128 Metern bei der Zunge des Viltragenkeeses in der Venedigergruppe in Osttirol dokumentiert.

Vermuntgletscher ging 18 Meter zurück

Diesem Negativ-Spitzenreiter folgten mit minus 86 Metern der Alpeiner Ferner (Stubaier Alpen), das Schlatenkees mit minus 67 Metern und das Untersulzbachkees (beide Venedigergruppe) mit minus 53 Metern. Auch die Gletscher der Silvretta waren am Ende des Sommers stark ausgeapert. Das vierte Jahr in Folge wies der Vermuntgletscher mit 18 Metern den höchsten Rückgang aller in dieser Gebirgsgruppe vermessenen Gletscher auf, jedoch blieb der Rückzugswert selbst deutlich geringer als in den drei Jahren davor.

Während sich im letzten Berichtsjahr gleich drei Gletscher um mehr als 100 Meter zurückzogen, sei es im aktuellen Bericht lediglich das Viltragenkees gewesen, sagte Lieb, Geograf an der Uni Graz. Auch bei den stationären Gletschern gab es eine geringfügige Verbesserung. Blieb in der Messperiode 2016/17 lediglich ein Gletscher stationär, waren es 2017/18 vier. Dies signalisiere aber keine Trendwende, betonte Lieb. Der Gletscherschwund sei auch im Haushaltsjahr 2017/18 massiv ausgefallen.

Gletscherbericht Alpenverein Österreich 2017/18

Am meisten Länge verloren haben in Vorarlberg der Vermuntgletscher mit fast 18 Metern und der Ochsentaler Gletscher mit mehr als 16 Metern.

17,2 Meter beträgt der durchschnittliche Rückgang der österreichischen Gletscher im vergangenen Jahr — der sechstgrößte je verzeichnete Wert. In der Saison 2016/17 war der Wert mit 25,2 Metern aber um einiges höher.

Mit 128 Metern Längenverlust ist der Viltragenkees in der Osttiroler Venedigergruppe jener Gletscher, bei dem der stärkste Rückgang gemessen wurde. Gefolgt vom Alpeinferner (86 Meter, Stubaier Alpen) und dem Schlatenkees (67 Meter, Venedigergruppe).

Vier Gletscher (Simonykees, Sonnblickkees, Roter-Knopf-Gletscher und Eiskar) blieben stationär. Das heißt, dass bei ihnen in der aktuellen Messperiode kein signifikanter Rückzug verzeichnet wurde.