ÖGB-Chef Norbert Loacker geht der SPÖ fremd

Vorarlberg / 15.04.2019 • 20:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Loacker bleibt SPÖ-Mitglied, unterstützt bei der EU-Wahl aber die Grünen.

Schwarzach Seit den 70er-Jahren sei er SPÖ-Mitglied. Er bleibe auch bei der SPÖ, betont Norbert Loacker, Vorarlberger ÖGB-Landesvorsitzender und Mitglied der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG). Bei der Europawahl kehrt er den Roten aber den Rücken. Am Montag präsentierte sich das Unterstützungskomitee des Grünen-Spitzenkandidaten Werner Kogler in Wien. Mit dabei: ÖGB-Chef Loacker. Er begründet diesen Schritt unter anderem mit Evelyn Regner. „Das ist eine Top-Kandidatin und eine starke Gewerkschafterin. Ihr wurde aber Andreas Schieder vorgesetzt.“ Er sei mit dem Zustand der österreichischen Sozialdemokratie allgemein nicht zufrieden. „Das hat nichts mit der Vorsitzenden zu tun, aber mit einem Doskozil möchte ich nichts zu tun haben“, fährt Loacker fort. Und da er nun gefragt wurde, ob er Werner Kogler unterstütze, habe er sich gedacht, er mache es wie bei Alexander Van der Bellen. Mit seiner Partei geht er hart ins Gericht: „Die zweite Riege sollte sich einmal über den Umgang mit erfolgreichen Persönlichkeiten klar werden. Sie haben immer noch nicht realisiert, was sie bei Christian Kern getan haben.“ Dazu zähle auch Andreas Schieder.

Fast gleichzeitig mit dem Unterstützerkomitee ließ FSG-Vorarlberg-Vorsitzender Werner Posch per Aussendung wissen: „Die SPÖ-Spitzenkandidaten Andreas Schieder und Evelyn Regner haben im Kampf für ein soziales Europa unsere volle Unterstützung.“ Vizechefin Manuela Auer ergänzt: „Die Vorarlberger SPÖ stellt mit Nathaniel Heinritz aus Feldkirch und Patricia Zangerl aus Hohenweiler zwei engagierte Kämpfer für die Interessen der Arbeitnehmer.“

Für Norbert Loacker bleibt der Ausflug zu den Grünen aber eine Ausnahme. Er selbst werde weiterhin SPÖ-Mitglied bleiben. Auch bei der Landtagswahl sei klar, für wen er kämpfe: „Da werde ich selbstverständlich Manuela Auer unterstützen.“ VN-MIP

„Evelyn Regner wurde mit Andreas Schieder aber ein Parteisoldat vorgesetzt.“