Promilleunfall mit schweren Folgen

Vorarlberg / 15.04.2019 • 22:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

53-Jähriger kann das Trinken offenbar nicht lassen, zweite Verurteilung in diesem Jahr.

Feldkirch Im Sommer 2018 kam der 53-Jährige zu seinem Bekannten nach Bludenz auf Besuch. Die beiden Handwerker machten eine Flasche Wodka auf, danach eine zweite. Zum Schluss hatten sie dreiviertel Liter Schnaps intus. Der wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagte Mann hatte den Großteil konsumiert und brachte es danach auf einen Promillewert von 2,3 Promille. Nichtsdestotrotz setzte er sich hinters Steuer, mit schweren Folgen, wie sich wenig später herausstellte.

Kurve nicht erwischt

Zunächst ließ der Angeklagte seinen Bekannten ans Lenkrad. Weil dieser mit der Automatik des 150 PS starken BMW nicht klarkam, setzte sich der 53-Jährige hinters Steuer. In einer Linkskurve verlor er die Beherrschung über das Fahrzeug und dieses kollidierte mit dem Brückengeländer.

Sein Beifahrer erlitt schwere Verletzungen, und er hatte großes Glück, dass nicht mehr passierte. Eine Rippe verletzte das Herz, Flüssigkeit drang in das lebenswichtige Organ. Fast zwei Monate lang war der verletzte Maschinenführer im Krankenstand. Heute geht es dem 50-Jährigen wieder gut. Ein Zivilprozess wegen Schadenersatz steht allerdings noch an. Vorläufig bekommt der Verletzte 100 Euro. Der Alkoholunfall in Bludenz war übrigens bereits der zweite im Leben des Beschuldigten. Erst im Jänner dieses Jahres wurde er wegen eines Unfalls in Deutschland in Memmingen zu einer Geldstrafe von 4800 Euro verurteilt. Auch damals hatte der Mann reichlich getrunken. Bei der zweiten Verurteilung kommen nun nochmals 4500 Euro Strafe dazu, plus 200 Euro Verfahrenskosten. Als der Verletzte gefragt wird, warum er denn ins Auto des Betrunkenen eingestiegen ist, weiß der nicht so recht, was er sagen soll. Er sei einfach mitgefahren, meint er.

Mahnung zur Vernunft

„Ich hoffe, das ist das letzte Mal, dass Sie sich alkoholisiert ans Steuer gesetzt haben“, hofft der Staatsanwalt, den Angeklagten vor Gericht nie wieder zu sehen. Dass er sich der Alkolenker eigentlich ein Taxi holen wollte, hält der öffentliche Ankläger für eine Schutzbehauptung. Mildernd bei der Strafbemessung wirkte sich aus, dass das Opfer genau wusste, das sein Kumpel sturzbetrunken war. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC