Nach Notre-Dame: So rüsten sich die Vorarlberger Feuerwehren für den Ernstfall

Vorarlberg / 16.04.2019 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bereits vor Jahren wurde in Rankweil ein Maßnahmenplan für die Basilika erstellt, sagt Markus Mayr. VN

„Wir haben uns intensiv damit beschäftigt“, sagt Markus Mayr, Kommandant-Stellvertreter der Feuerwehr Rankweil.

Geraldine Reiner

Rankweil, Feldkirch „Notre-Dame brennt!“ Menschen rund um den Globus blickten am Montagabend gebannt nach Paris. Die Flammen schlugen über Stunden aus dem Dachstuhl und verwüsteten Teile der weltberühmten Kathedrale. Vorarlberg ist nicht Paris, doch was wäre, wenn plötzlich in einem sakralen Gebäude ein Feuer ausbrechen würde?

„Wir haben uns intensiv mit dieser Thematik beschäftigt“, bekräftigt Markus Mayr, Kommandant-Stellvertreter der Feuerwehr Rankweil. Schon vor vielen Jahren habe man gemeinsam mit der Gemeinde, der Pfarre und der Polizei einen Maßnahmenplan erstellt. Darin sei genau festgehalten, wo Löschleitungen verlegt werden, welche Feuerwehren zu alarmieren sind, wer für was zuständig ist, was mit den umliegenden Gebäuden passiert oder welche Kunstgegenstände zuerst in Sicherheit gebracht werden. Darüber hinaus seien fixe Steigleitern am Liebfrauenberg installiert. Die Abläufe würden regelmäßig im Trockenen durchgespielt und alle paar Jahre auch geübt. „Wenn sich aufgrund von Sanierungs- oder Erhaltungsarbeiten etwas ändert, dann wird der Plan adaptiert“, führt Mayr aus.

Holzdachstuhl

Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Feldkirch-Stadt wissen genau, wo sie bei einem Brand hin müssen, sagt Dompfarrer Rudolf Bischof. Gut geschützt sieht er den Feldkircher Dom auch deshalb, weil er praktisch von allen Seiten gut belöschbar und der Turm zudem nicht so hoch sei. Der Dachstuhl aus dem Jahr 1478 ist zwar aus Holz. Darunter befindet sich laut dem Dompfarrer allerdings eine Steindecke. „Wenn es wirklich brennen würde, könnte das Feuer lange nicht hinunter“, führt er aus. Die größten Herausforderungen bei einem Kirchenbrand sieht Günther Watzenegger, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands, in der Höhe, dem Volumen und der Beschaffenheit der Gebäude. „Man muss so vorausschauend planen, damit man möglichst schnell die richtigen Mittel zur richtigen Zeit am richtigen Ort hat“, verweist er auf die entsprechenden Alarmierungspläne.

Rahmenvertrag

In den vergangenen 30 Jahren habe es in Vorarlberg keinen Kirchenbrand gegeben, erläutert Herbert Lins von der Finanzkammer der Diözese Feldkirch. Für den Fall der Fälle gäbe es einen Rahmenvertrag mit der Versicherung für alle rund 600 Kirchen und Kapellen im Land. Markus Mayr von der Feuerwehr Rankweil kann sich nur an einen Vorfall im Zusammenhang mit der Basilika erinnern. „Das war am 28. Juli 1980.“ Vor Ort stellte sich der vermeintliche Rauch am Turm dann allerdings als Mückenschwarm heraus.