Task Force zu Tiertransporten nimmt Arbeit auf

Vorarlberg / 16.04.2019 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach langer Diskussion wurden Anfang April die Tiertransporte zur Sammelstelle nach Bozen eingestellt. Nun sollen neue Kriterien erstellt werden. VN

Die Arbeitsgruppe soll rechtliche und tierschutzrelevante Fragen zu den gestoppten Kälbertransporten klären.

Bregenz Task Force bedeutet übersetzt Arbeitsgruppe, Arbeitskreis oder Einsatzgruppe. Was die Kälbertransporte betrifft, ist es beim englischen Begriff geblieben. Eine Task Force soll es richten. Wie von Agrarlandesrat Christian Gantner (ÖVP) bereits angekündigt, hat er am Dienstag die Zusammensetzung der Task Force Tiertransporte bekannt gegeben. Sprecher der Arbeitsgruppe wird der pensionierte Universitätsprofessor Josef Troxler. Er leitete bis 2017 das Institut für Tierhaltung und Tierschutz an der veterinärmedizinischen Universität Wien. Sie soll sich vorerst bis zu vier Mal treffen und bis Ende Juni ein Ergebnis präsentieren, erklärt Gantner auf VN-Anfrage.

Die Fragen, die von der Task Force zu klären sind, seien bereits vorgegeben, betont Gantner. „Einerseits geht es um die rechtliche Frage der Tiertransporte. Welche können wir abfertigen, welche nicht? Welche sind unbedingt erforderlich und wie können sie unter vollständiger Einhaltung der Vorschriften durchgeführt werden? Andererseits geht es aber auch um Alternativen in der Landwirtschaft und um die Vermarktung“, fährt er fort. Neben Troxler nehmen zehn weitere Personen an der Task Force teil: Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger, Tobias Giesinger vom Verein gegen Tierfabriken (VGT), Metzger-Innungsmeister Gerold Hosp, Viehhändler-Sprecher Franz Felder, Marcel Strauß von Ländle-Marketing, der oder die neue Tierschutzombudsfrau oder -mann (wird derzeit vom Umweltinstitut besetzt), der Prozessmanager Stefan Hagen sowie die drei Abteilungsvorstände Norbert Greber (Veterinärangelegenheiten), Gernot Längle (Inneres und Sicherheit) und Günter Osl (Landwirtschaft).

Wie die VN berichteten, hat die Landesregierung Tiertransporte nach Bozen gestoppt, da die EU-Kommission bestätigte, dass Tiere dort nicht ausreichend Ruhezeit bekommen. Seit 1. April werden keine Transporte mehr abgefertigt, wenn der endgültige Bestimmungsort nicht bekannt ist. Transporttag ist normalerweise der Montag. Am Montag, 1. April, habe kein Transport nach Bozen das Land verlassen, was für einige Diskussion gesorgt habe, wie Gantner bestätigt. An den beiden Montagen darauf seien nur wenige Tiere transportiert worden. Nun also bleiben viele Kälber im Land. „Da hoffen wir nun, dass unsere Programme greifen“, betont der Landesrat.