Strecke in die Schweiz bleibt eingleisig

17.04.2019 • 17:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
2012 wurde die eingleisige Rheinbrücke gebaut. Das bleibt so, sei aber auch kein Problem, sagt das Land. VN/HB

Die Strecke nach St. Margrethen inklusive Rheinbrücke bleibt auch in Zukunft eingleisig.

Schwarzach Vorarlberg lebt vom Export. Laut einer Studie der Industriellenvereinigung aus dem Jahr 2017 beträgt das Exportvolumen nach Bayern 614 Millionen Euro, nach Baden-Württemberg 667 Millionen Euro, in die Schweiz 671 Millionen Euro. Dass exportierte Waren vorzugsweise auf der Schiene transportiert werden sollen, gilt in der Politik als allgemein anerkannte Forderung. Der Güterbahnhof wurde ausgebaut, die Strecke zwischen Lauterach und Hard wird zweigleisig. Auch in Deutschland wird fleißig gebaut. Aber ein Teil der Strecke zwischen München und Zürich bleibt eingleisig. Züge können also nicht aneinander vorbeifahren. Neos-Nationalratsmandatar Gerald Loacker hat deswegen eine parlamentarische Anfrage an Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) gerichtet, nun ist die Antwort eingetroffen. Daraus geht hervor: Ein zweigleisiger Ausbau des Streckenabschnitts steht nicht zur Diskussion.

Alle 8,3 Minuten ein Zug

Laut Anfragebeantwortung passierten den Abschnitt Lustenau – St. Margrethen im Jahr 2017 werktags zwischen 6 und 22 Uhr durchschnittlich 59 Züge. Nach dem Ausbau rechnet das Ministerium mit bis zu 115 Zügen. Bei voller Ausbaustufe fährt also alle 8,3 Minuten ein Zug. Ob sich das eingleisig ausgeht? „Nein“, ist Gerald Loacker überzeugt, und fährt fort: „Die Wirtschaft wächst. Wenn man das Wachstum aber nicht auf die Schiene bekommt, landet es auf der Straße.“ Es sei zwar gut, dass sich die Landesregierung auf den Nahverkehr konzentriert, aber sie dürfe den Fernverkehr nicht vergessen. „Die Anfragebeantwortung zeigt, dass es kein Bestreben des Landes gibt, in den zweigleisigen Ausbau zu investieren.“

Ein Pressesprecher von Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) widerspricht: „Die Anzahl der Züge und die Kapazität waren natürlich ein Kernelement der Überlegungen zum Ausbau.“ Das Land investiere in die Strecke und dazugehörige Lärmschutzmauern, durchgehende Zweigleisigkeit sei aber kein Thema. „Es ist genau berechnet, dass die Züge ungehindert durchfahren können“, heißt es aus dem Rüdissers Büro.

Grundlage für die Ausbaupläne bilden Verkehrsberechnungen aus dem Jahr 2015 bis 2025. Derzeit arbeitet das Ministerium an neuen Berechnungen bis ins Jahr 2040. „Wenn herauskommt, dass das Verkehrsaufkommen steigt, und das wird herauskommen, muss sich das Land definitiv etwas überlegen“, ist Loacker überzeugt.