Streit vor dem „Ausrutscher“ endet mit schwerer Körperverletzung

Vorarlberg / 17.04.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verteidiger German Bertsch (r.) konnte für seinen Mandanten einen Freispruch erreichen. EC

Trotz gebrochener Rippe gab es vor Gericht einen Freispruch.

Christiane Eckert

Feldkirch Das Ganze ist schwer zu rekonstruieren. Jedenfalls war in der Aprè-Ski-Disco-Bar „Ausrutscher“ am Silvesterabend einiges los und entsprechend dem bevorstehenden Jahreswechsel genoss man auch reichlich Alkohol. Irgendwann kippte aber die Stimmung bei einigen Gästen. Angeblich sollen unter anderem Bardamen belästigt worden sein. Jedenfalls begleitete einer der Securitys einen 18-jährigen Gast vor die Türe, der Lehrling war zuvor des Lokals verwiesen worden, zeigte sich aber alles andere als einsichtig. Der genaue Tathergang lässt sich allerdings nur schwer rekonstruieren, jeder erzählt eine andere Version, schwierig zu sagen, was nun stimmt. 

Schwer verletzt

Fakt ist aber, dass einer der Securitys vor dem Lokal schwer verletzt wurde. Einer der Sicherheitsleute war mit dem Problemgast nach draußen gegangen, der Vater des 18-Jährigen war mit draußen. „Mein Kollege rief laut um Hilfe, ich rannte nach draußen und sah, wie Vater und Sohn auf meinem Arbeitskollegen oben lagen, Schläge sah ich nicht“, berichtet der knapp zwei Meter große Zeuge. Der andere Security lag am Boden. Der Zeuge half seinem Kollegen auf, der setzte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf, seine zehnte Rippe war gebrochen. Vater und Sohn gingen, nachdem sie der zweite Security vom Opfer gezogen hatte, auf einer Straße weg, wurden allerdings von der Polizei gestoppt.

Freispruch

Der Verletzte fordert als Privatbeteiligter 500 Euro Teilschmerzensgeld, bleibt aber wegen des erfolgten Freispruchs mit seinen Forderungen auf der Strecke. Der Montafoner Lehrling wird freigesprochen. „Zusammengepasst hat in diesem Verfahren so ziemlich gar nichts. Es gibt so viele Widersprüche“, begründet Richter Richard Gschwenter die Entscheidung. Der Zeuge hatte bei der Polizei eine Geschichte erzählt, die mit der in der Hauptverhandlung vielfach im Widerspruch steht. „Ich hatte keinen Dolmetscher und ich kann nicht so gut Deutsch“, sagt der Mann, der erst seit sechs Monaten in Österreich arbeitet und dessen Muttersprache Jugoslawisch ist. Es bleibt somit unklar, ob die schwere Verletzung, wie angeklagt, durch mehrere Faustschläge gegen den Brustkorb entstanden ist, oder ob der Security beim Gerangel zu Boden ging. Das Urteil ist jedenfalls nicht rechtskräftig.