Daniel und Angelika Bell beliefern den Osterhasen

Vorarlberg / 19.04.2019 • 07:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vor Ostern herrscht auf dem Geflügelhof von Daniel und Angelika Bell in Feldkirch Hochbetrieb. Die rund 4000 Hennen zeigen sich davon allerdings unbeeindruckt. Fotos: VN/Steurer

Was ein glückliches Huhn ausmacht und welche Hühner braune und welche weiße Eier legen, erklärt Daniel Bell vom Geflügelhof Feldkirch.

Feldkirch Auf dem Geflügelhof von Daniel und Angelika Bell herrscht derzeit Hochbetrieb. In der Woche vor Ostern steigt die Nachfrage nach Eiern rapide an und die Bells haben alle Hände voll tun, um die Paletten mit bunten, aber auch ungefärbten Eiern zu befüllen.

Von der regen Betriebsamkeit auf dem Tisner Hof zeigen sich die Hennen allerdings unbeeindruckt, sie gackern entspannt vor sich hin. Die meisten der rund 4000 Hennen haben ihre Arbeit für heute ohnedies schon erledigt, lediglich eine Henne hat sich in den Hofladen verirrt, um dort im Stroh ein Ei zu legen. Die Kunden zeigen sich entzückt, dieses Ereignis mitzuerleben. „Mir ist es wichtig, den Menschen Einblick auf unseren Hof zu geben“, sagt Daniel Bell. „Wenn jemand wissen will, wie die Hühner hier leben, kann er sich gerne selbst ein Bild machen.“ Kindergartenkinder bekommen regelmäßig Führungen durch den Hof in der Feldkircher Werdenbergstraße, damit sie sehen können, wie die Hennen leben.

Was ein glückliches Huhn braucht

Doch was macht ein glückliches Huhn überhaupt aus?  „Die Grundbedürfnisse müssen abgedeckt sein, dazu gehören sauberes, reines Fressen, frisches Wasser und gute Luft, aber auch, dass die Tiere warme Füße im Stall und genügend Auslauf haben“, erklärt Bell, der mit seinen Tieren auch gerne spricht.

Daniel Bell und seine Frau Angelika haben den Hof 2010 übernommen und seitdem regelmäßig renoviert und erweitert. Zuvor war er als Immobilienmakler und Filialleiter einer Bank tätig: „Ich bin ein Aussteiger“, sagt er von sich selbst. Dass er jetzt 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche arbeitet und nur vier bis fünf Tage im Jahr Urlaub hat, ist ihm egal. „Denn ich mache die Arbeit aus Überzeugung“, begründet er. Auf ihrem Hofladen werden eigene Produkte, wie der „Wilde Engel“-Eierlikör (dritter Platz beim AMA-Markenwettbewerb 2018) verkauft und seit zwei Jahren gibt es einen Eier-Automaten. Ab Herbst will Bell außerdem Wodka aus Vorarlberger Kartoffeln anbieten. Viele Kunden kommen auch einfach her, um mit den Besitzern zu plaudern: „Das ist ein bisschen wie früher bei den Tante-Emma-Läden.“

Karfreitagsei

Ein besonderer Tag ist jedes Jahr der Karfreitag. „Da rennen uns die Menschen fast die Tür ein“, sagt Bell mit ein bisschen Stolz in der Stimme. Das Karfreitagsei unterscheidet sich rein optisch nicht von einem gewöhnlichen, es gleicht in diesem Fall tatsächlich ein Ei dem anderen. Doch was hat es damit auf sich? „Es ranken sich um das Karfreitagsei verschiedene Mythen. Es soll jedenfalls Glück bringen“, erklärt Bell und berichtet von Baumeistern, die das Karfreitagsei in einer Holzkiste auf der Baustelle vergraben oder von Menschen, die es ins Handschuhfach des Autos legen, und sich dadurch Glück erhoffen. Für Kunden gibt es zwar keine Garantie gegen Böses und Unheil, doch Daniel Bell versichert, dass die Karfreitagseier ausschließlich am Freitag gelegt wurden. Kunden der Familie Bell erhalten an diesem besonderen Tag kostenlos ein Karfreitagsei.

Henne Fifi hat sich im Hofladen ein Nest gesucht, um ein Ei zu legen.

Alle 25 Stunden ein Ei

Zu Ostern sind vor allem die weißen Eier gefragt, weil sie angeblich besser gefärbt werden können. „Welche Farbe das Ei einer Henne haben wird, lässt sich am Ohrläppchen des Tiers ablesen“, weiß der Tisner. Ist dieses rötlich-braun, so wird das Ei dieser Henne braun sein, ist es hellbeige, so legt die Henne beigefarbene bzw. weiße Eier. Qualitativ gebe es zwischen weißen und braunen Eiern keine Unterschiede. Eine Henne wird übrigens sieben bis acht Jahre alt, nach drei Jahren hört das Federvieh mit dem Eierlegen auf, weiß Bell. „Statistisch gesehen legt jede Henne alle 25 Stunden ein Ei.“ Auf dem Geflügelhof in Feldkirch werden täglich circa 3200 Eier produziert.