Jakob Lerchers Osterkrippe ziert derzeit die Pfarrkirche Fraxern

Vorarlberg / 22.04.2019 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jakob Lercher mit seiner 2,20 Meter breiten Osterkrippe.

Jakob Lercher mit seiner 2,20 Meter breiten Osterkrippe.

Jakob Lercher ist ein deteilverliebter Krippeler. Seine Krippe schmückt derzeit den Seitenaltar der Pfarrkirche Fraxern.

Klaus „Ich bin eigentlich kein richtiger Krippeler“, sagt Jakob Lercher in aller Bescheidenheit. Wer die außergewöhnliche Osterkrippe, die derzeit den Seitenaltar der Pfarrkirche Fraxern schmückt, gesehen hat, wird aber eines Besseren belehrt.

Mit großer Hingabe, viel Geduld und noch mehr Liebe zum Detail hat der Klauser das 2,20 m breite Schmuckstück vor inzwischen drei Jahren fertiggestellt. Nicht weniger als 500 Arbeitsstunden hat der 72-Jährige dafür aufgewendet. „Ursprünglich war die Krippe für den Hauseingang gedacht“, gesteht der Pensionist. Nachdem die Krippe im Vorjahr in der Pfarrkirche Klaus zu bestaunen war, wurde sie heuer auf Wunsch des Pfarrers in Fraxern aufgebaut. Mehr als 60 Figuren hat Lercher in verschiedenen Szenen exakt in Stellung gebracht. „Es werden unter anderem der Einzug in Jerusalem, die Verurteilung durch Pontius Pilatus, der Kreuzweg, die Kreuzigung, die Grablegung und die Auferstehung dargestellt“, zählt der gläubige Katholik auf. „Das Besondere an dieser Krippe ist wohl die Hintergrundmalerei von Emil Bell in Relieftechnik. Dadurch wird eine einmalige Tiefenwirkung erzielt“, will Lercher nicht unerwähnt lassen.

Trafos als Auslöser

Zum Krippenbauen ist der erfinderische Handwerker durch Zufall gekommen. Der Krippenverein Altenstadt war mit der Bitte um Transformatoren an den Fachlehrer für Elektronik an der HTL Rankweil herangetreten. Lercher willigte ein, diese mit seinen Schülern zu fertigen. Im Gegenzug wurde der Klauser eingeladen, selbst eine Krippe zu bauen. „Da ich immer schon mit technischen Dingen konfrontiert war, hat mir auch das sehr gefallen“, erzählt er.

Seit 20 Jahren ist Lercher als Krippenbauer aktiv. Unzählige Stunden hat der leidenschaftliche Tüftler in der Werkstätte des Krippenbauvereins Koblach-Altach verbracht und beim fertigen etlicher Krippen geholfen. „Ich selbst habe über die Jahre 25 Krippen gefertigt. Die sind aber großteils in meiner eigenen Werkstatt entstanden“, sagt er.

Das Krippenbauen ist aber nicht seine einzige Leidenschaft. Vor ein paar Jahren hat der Oberländer mit dem Brennen seines eigenen „Krippenwassers“ (Schnäpse) begonnen. Auch hier legt der Perfektionist großen Wert auf hohe Qualität. „Zwischen gut und sehr gut ist nicht mehr viel Unterschied. Die Zeit dafür muss man sich nehmen“, beschreibt er seine Herangehensweise. Und selbst beim Wandern lässt ihn das Krippenbauen nicht ganz los. So findet die eine oder andere lose Wurzel für das nächste Werkstück schon einmal den Weg in den Rucksack.

Zur Person

Jakob Lercher

Geboren 20. Mai 1946

Familie verheiratet, 2 Söhne

Beruf Pensionist

Hobbys Krippen bauen, Skifahren, Wandern, Schnapsbrennen, Singen