Motorrad-Rowdy liefert sich tollkühne Stunts auf der S 16

Vorarlberg / 22.04.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nachdem der Biker auf dem Hinterrad durch den Dalaaser Tunnel bretterte, ließ er den Lenker los, stellte sich auf den Sitz und streckte beide Arme aus. VN, Fotolia
Nachdem der Biker auf dem Hinterrad durch den Dalaaser Tunnel bretterte, ließ er den Lenker los, stellte sich auf den Sitz und streckte beide Arme aus. VN, Fotolia

Wheelies und stehend auf dem Sitz: Biker ist den Schein los.

Christiane Eckert

Bregenz Der Mann liebt schnelle Maschinen und gefährliche Stunts. Dass er deshalb immer wieder Probleme mit den Behörden bekommt, nimmt er offenbar in Kauf. Gerade ein Verfahren wegen kinoreifen Szenen hinter sich, musste sich die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch und anschließend das Landesverwaltungsgericht Vorarlberg schon wieder mit dem Motorrad-Rowdy beschäftigen. Gegen den sechsmonatigen Führerscheinentzug wehrte er sich, allerdings vergebens: Der Schein wurde ihm für ein halbes Jahr abgenommen.

An einem Sommertag machte der risikobereite Motorradfahrer mit zwei Kollegen einen Ausflug Richtung Arlberg. Mit Rennmaschine und zwei Motocross-Bikes fuhr das Trio los. Auf der S 16, der Arlbergschnellstraße, führte der Möchtegern-Stuntman mehrere Wheelies (Fahren auf dem Hinterrad) aus. Selbst im Dalaaser Tunnel fand er es lässig, mit rund 80 Stundenkilometern mehrere Sekunden lang auf dem Hinterrad dahin zu brettern. Doch der Höhepunkt war scheinbar, den Lenker loszulassen, auf den Sitz zu steigen, sich aufzurichten und beide Arme auszustrecken. Den Autofahrern blieb die Luft weg. Ein Biker-Kollege filmte und fotografierte.

Sachverständiger am Wort

Der verkehrstechnische Sachverständige bestätigt, dass beide Fahrmanöver äußerst riskant sind. Überschreitet man beim Wheelie den Kipppunkt, fällt der Fahrer nach vorne oder nach hinten. Abgesehen davon, dass er nicht auf plötzliche Hindernisse reagieren kann. Zudem ist der Scheinwerfer im Tunnel für den Gegenverkehr nicht sichtbar, weil er nach oben gerichtet ist.

Ein völliges Himmelfahrtskommando ist das Stehen auf der Maschine. Dabei besteht gar keine Einflussmöglichkeit mehr auf die Maschine. Weder Bremsen noch Ausweichen ist möglich. „Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen sehr geübten Motorradfahrer“, schreibt der Sachverständige. Dennoch, bei beiden Manövern ist keinesfalls ein sicherer Fahrbetrieb möglich, führt er in der Expertise aus.

Kein Zweifel

„Aufgrund dieser Umstände steht für das Landesverwaltungsgericht außer Zweifel, dass hier ein Verhalten gesetzt wurde, das geeignet war, besonders gefährliche Verhältnisse herbeizuführen“, lautet das Erkenntnis. Daher ergab sich zwingend ein Entzug der Lenkerberechtigung für die Dauer von sechs Monaten. Lernt der todesmutige Biker nicht dazu und hält sich auf öffentlichen Straßen nicht zurück, wird er wohl immer wieder mit Fahrtunterbrechungen rechnen müssen.