Schwerer Unfall statt fröhlichem Fest

Vorarlberg / 26.04.2019 • 23:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Unfall ereignete sich am 24. Dezember auf der L 26. Am Freitag fand der Prozess statt. FW Egg, EC
Der Unfall ereignete sich am 24. Dezember auf der
L 26. Am Freitag fand der Prozess statt. FW Egg, EC

42-Jähriger kracht stark alkoholisiert in den Gegenverkehr: 2880 Euro Strafe.

Feldkirch Es war kurz nach Mittag, als die 57-jährige Bregenzerwälderin am 24. Dezember vergangenen Jahres mit ihrem Pkw in Egg unterwegs war. Plötzlich kam ihr ein schwarzes Auto entgegen. Der Lenker hatte offensichtlich auf der nassen, rutschigen Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, das Heck brach aus, der Wagen kam ins Schleudern, geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit dem Auto der Frau. Die 57-Jährige war völlig unschuldig und erlitt einen Bruch des Brustbeins.

„Drei Wochen waren die Schmerzen ziemlich stark“, erinnert sie sich an eine eher unfröhliche Weihnachtszeit. Der Unfallverursacher war geschockt und entschuldigte sich mehrfach bei ihr, auch im Verfahren weiß er, dass er seinen Fehler nicht mehr rückgängig machen kann.

Knapp zwei Promille

Er berichtigt seine Aussage vor der Polizei und gibt zu, dass er mehr als ursprünglich angegeben getrunken hat. Bei sich zuhause feierte der Angestellte bis sechs Uhr morgens, angeblich mit viel Hochprozentigem. Danach legte er sich hin und wachte gegen Mittag auf. Er wollte Zigaretten holen und setzte sich hinters Steuer. „Ich habe den Restalkohol total unterschätzt“, gesteht er. Die Runde muss tatsächlich ordentlich gezecht haben, sodass sich etliche Stunden später noch ein Wert von knapp zwei Promille ergibt. „Ob Sie schneller als erlaubt unterwegs waren, lässt sich nicht mehr feststellen“, geht das Gericht von der vom Fahrer angegebenen Geschwindigkeit von 60 km/h aus. Strafrechtlich ist die Sache mit 2880 Euro unbedingt erledigt. Dem Unfallopfer werden vorläufig 500 Euro Schmerzengeld zugesprochen. Im Zivilprozess werden noch weitere Ansprüche auf den Unfallverursacher zukommen. Der bislang unbescholtene 42-jährige Angestellte ist nun wegen fahrlässiger Körperverletzung vorbestraft. „Sie waren halt mit relativ viel Alkohol nach relativ wenig Schlaf unterwegs“, begründet Richter Michael Fruhmann das Urteil, das sowohl der Angeklagte als auch der Staatsanwalt akzeptieren. EC