Weniger Plastik: 300 Haushalte sammeln Bioabfall in Stärkesäcken

Vorarlberg / 26.04.2019 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Pilotversuch mit biologisch abbaubaren Bioabfallsäcken in neun Vorarlberger Gemeinden.

Wolfurt 12.000 Tonnen Bioabfall landen in Vorarlberg jährlich im Müll. Obstreste, Eierschalen, Kaffeesatz – aber eben nicht nur. Trotz verhältnismäßig hoher Trennmoral in Vorarlberg findet sich nämlich laut aktuellen Untersuchungen immer noch 13 Prozent Plastik im Bioabfall. „Keine Anlage kann alle Fehlwürfe sicher aussortieren, so gelangen diese Plastikteile über die Gärreste aus der Bioabfallverwertung in den Boden“, warnt Rainer Siegele, Obmann des Umweltverbandes.

Erfahrungswerte sammeln

Aus diesem Grund testet der Umweltverband nun Alternativen in Form von Stärkesäcken. Der Vorteil: Die Säcke sind vollständig biologisch abbaubar und sollen komplett zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut werden, sollten sie unerwünschterweise in der Natur landen. 300 Haushalte in den Gemeinden Bezau, Bludenz, Damüls, Dornbirn, Feldkirch, Lauterach, Lustenau, Schwarzach und Wolfurt werden in einem Pilotversuch mit Biosäcken aus Stärke ausgestattet. „Der Versuch soll Informationen über Akzeptanz und Funktionalität der Stärkesäcke liefern“, betont Siegele. Wenn die Stärkesäcke gut angenommen werden, könnten sie Ersatz für die derzeit üblichen grünen Kunststoffsäcke sein und flächendeckend zum Einsatz kommen. Die Teilnehmer der Testhaushalte seien daher eingeladen, ihre Erfahrungen und Eindrücke per Rückmeldebogen oder online an ihre Gemeinde rückzumelden. Als Dankeschön wird der Bioabfall in dem Testzeitraum kostenlos abgeholt.

Aufgrund ihrer biologischen Stärkebasis haben die neuen Säcke ein eigenes Haltbarkeitsdatum: Wenn sie zu alt sind, sind sie nicht mehr wasserdicht. Ein etwas anderer Umgang als mit Plastiksäcken sei daher Voraussetzung, so Siegele.

Verschiedene Schwerpunkte

Neben diesem Pilotversuch setzen verschiedene Vorarlberger Gemeinden und Institutionen verschiedene Schwerpunkte, um Plastikmüll zu reduzieren. In 37 Gemeinden sollen zum Beispiel Biotonnen ausgewaschen werden, um Einlegesäcke aus Kunststoff überflüssig zu machen. Pro Jahr können auf diese Weise 70.000 große Kunststoffsäcke eingespart werden, auch wenn dieser Service nur in der frostfreien Zeit möglich ist.

Rückenwind erfahren diese Bestrebungen auf nationaler und europäischer Ebene, wie etwa das Verbot von Einwegplastiktaschen in Österreich ab dem Jahr 2020 zeigt.

Einfache Tipps, um den Plastikverbrauch zu reduzieren:

  • Leitungswasser trinken
  • Gemüse und Obst ohne Plastikverpackung kaufen
  • Einkaufstaschen öfters verwenden
  • Mehrweg-Behältnisse nutzen, z.B. Jausenbox statt Kunststoff- oder Alufolie; Coffee-to-go-Mehrwegbecher