Wie die Satteinser Fledermäuse ausgewildert werden

Vorarlberg / 26.04.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Besitzt Seltenheitswert: eine Fledermaus zum Angreifen.

Über die wertvolle Arbeit von Wildtierhilfe Vorarlberg.

SATTEINS Katharina Löschnig, Gründerin der Wildtierhilfe Vorarlberg, setzt sich nachhaltig für den Schutz von Wildtieren ein. An Wildtieren bestehe, abgesehen von der Jagd, wenig öffentliches Interesse, so Löschnig. Der Mensch dringe aber durch Baumschnitt, Straßenverkehr, Landwirtschaft und Umbaumaßnahmen immer mehr in die Lebensräume von Wildtieren ein, was bei diesen vermehrt zu Verletzungen führe. Die verletzten Tiere werden vom Verein bis zu ihrer Gesundung artgerecht gepflegt. Eine Besonderheit bilden dabei Fledermäuse, für die Katharina Löschnig ein besonderes Faible hat.

Daumenfingernagelgroß

„Die Aufzucht von Fledermäusen gestaltet sich eher schwierig, da die Jungtiere oft nicht größer als ein Daumenfingernagel sind. Aber es gelingt mir jedes Jahr immer wieder aufs Neue gut. Die Jungtiere werden im Anschluss in bestehende Gruppen eingegliedert. Die artgleichen erwachsenen Fledermäuse sollen dem Jungtier im besten Fall das Jagen nach lebenden Insekten beibringen“, erklärt Katharina Löschnig. Die Aufzucht sei eine anstrengende Zeit, da man die Tiere alle zwei Stunden füttern müsse. Unkomplizierter stellt sich die Pflege erwachsener Fledermäuse dar: „Hierbei kann ich mich auf die verletzten Flughäute oder anderes konzentrieren. Die Futteraufnahme klappt nach einigen Versuchen meist von allein und ohne Probleme.“

... und Abflug.
… und Abflug.

Sichere Auswilderung

Die Auswilderung, wie sie auch letzte Woche erfolgte, gestaltet sich in den meisten Fällen völlig unkompliziert. Die Tiere werden von der Tierschützerin so lange trainiert, bis sie sicher und ausdauernd fliegen können.

Mit der Pflege von Fledermäusen hat Katharina Löschnig viel Erfahrung, seit einigen Jahren hat sie sich auf diese Spezies sowie auf einige Vogelarten spezialisiert. So hat sie in Zusammenarbeit mit Schweizer Fledermaus-Schutzkollegen an Fortbildungen teilgenommen und kann bei Problemfällen auch immer wieder nachfragen.

Stefan Schönenberger und Katharina Löschnig setzen sich im Besonderen für Fledermäuse ein.
Stefan Schönenberger und Katharina Löschnig setzen sich im Besonderen für Fledermäuse ein.

Nachhaltiger Tierschutz

„Außerdem steht mir in Vorarlberg eine ausgezeichnete Tierärztin zur Seite. Man muss natürlich auch vieles über Verhalten, Ernährung und Lebensraum der Fledermäuse wissen, um die Pflege dieser empfindlichen Säugetiere so naturnah wie möglich zu gestalten. Bei uns im Verein gilt: Qualität vor Quantität! Es kann schon vorkommen, dass wir in der Brutsaison alle Kapazitäten belegt haben. Unser ganzes Team arbeitet ja rein ehrenamtlich. Für mich ist Wildtierschutz jedoch die schönste und nachhaltigste Art von Tierschutz“, führt die engagierte Tierpflegerin weiter aus.

Veranstaltungen an Schulen

Neben Aufklärungsarbeit wie einem Kitzschutzprojekt, das von der Wildtierhilfe Vorarlberg vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde, werden seitens des innovativen Teams im Rahmen von Schulveranstaltungen den Schülern kindgerecht die Möglichkeiten des Schutzes und des Erhalts der vielfältigen Wildtierwelt aufgezeigt.

„Den pädagogischen Ansatz sehe ich als einen unserer Hauptaufgabenbereiche. So soll Interesse an Wildtieren generiert werden, die man an sich ja nur beobachten und nicht knuddeln kann“, ergänzt sie. BI