56-Jähriger drehte Joint für Jugendlichen: Geldstrafe

Vorarlberg / 01.05.2019 • 09:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Cannabisprozess am Landesgericht.

Marihuanakonsument am Landesgericht verurteilt, weil er 17-Jährigen mitrauchen ließ.

Christiane Eckert

Feldkirch Das mit dem 17-Jährigen ist nur eine Sache. Dass er einem zweiten Drogenkonsumenten rund 100 Gramm Marihuana verkaufte, eine andere. „Das war eine ganz schlechte Qualität, was der da verkaufte“, meinte der Erwerber damals vor der Polizei. Als Zeuge kam er nicht zum Prozess gegen den 56-jährigen Angeklagten am Landesgericht Feldkirch.

Bei dem 17-Jährigen sei es so gewesen, dass dessen Mutter gefragt habe, ob der Angeklagte ihren Sohn nicht hin und wieder mitrauchen lassen könne, damit er auf der Straße nicht noch schlimmere Drogen kaufe, behauptet der Angeklagte. Der als Zeuge geladene Jugendliche kommt jedoch ebenfalls nicht zum Prozess.

Gerade erst konsumiert

„Ich habe seit vielen Jahren Bandscheiben- und Nervenprobleme und kann deshalb schlecht schlafen“, so der Beschuldigte. Deshalb rauche er regelmäßig Marihuana. Seit wann, will Richter Michael Fruhmann wissen. Seit fünf bis sechs Jahren, meint der Befragte. „Und wann das letzte Mal konsumiert?“, hakt der Richter nach. „Gestern“, zeigt sich der Mann ehrlich. Er lebt seit 18 Jahren in Österreich, dennoch bangt er um sein Aufenthaltsrecht, falls es zu einer strengen Strafe kommt. Er wird zu einer unbedingten Geldstrafe von 960 Euro verurteilt, außerdem werden 500 Euro für verfallen erklärt. 218 Euro wurden sichergestellt und beschlagnahmt, somit bleiben von den 500 Euro noch 282 zu bezahlen.