Eva Maria Dünser fuhr mit Risikobereitschaft zu viel Edelmetall

Vorarlberg / 01.05.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Drei WM-Medaillen hat Eva Maria gewonnen. Diese zieren das Haus der Familie Dünser in Ludesch. HAB

Ludescherin ist dreifache Weltmeisterin und vierfache Staatsmeisterin.

LUDESCH Mit insgesamt neun Medaillen räumte das österreichische Team bei der kürzlich stattgefundenen WM für mental beeinträchtigte Sportler in Grenoble ordentlich ab. Die überragende Sportlerin bei dieser Veranstaltung war die 21-jährige Ludescherin Eva Maria Dünser. Sie stand Anfang März zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft am Start und war die Ausnahme­erscheinung bei der INAS-Ski-WM – dem internationalen Verband für Sportler mit intellektuellen Beeinträchtigungen.

Die Ludescherin holte gleich dreimal Gold, im Riesenslalom, Super-G und im Teamwettbewerb. Nach vier Titeln bei der Staatsmeisterschaft 2019 sorgte sie damit für einen weiteren Meilenstein in ihrer noch jungen Karriere. Der Jubel bei ihrer Rückkehr in den Heimatort Ludesch war entsprechend groß. Begeistert wurde das Ski-Talent empfangen.

Wöchentliches Training

Schon früh hat Dünser mit dem Skifahren angefangen. Ihre Familie ist immer sehr sportlich unterwegs, und dabei fiel sie Martin Nessler, dem Trainer des WSV Ludesch, gleich auf. Nessler nahm sie unter seine Fittiche und formte das Ski-Talent. Das wöchentliche Training mit dem Kader des WSV Ludesch gefällt ihr nach wie vor sehr gut. Auch das dazugehörende Konditionstraining macht ihr nichts aus. Sie liebt einfach ihren Sport. Auch abseits des Wintertrainings geht die Ludescherin leidenschaftlich gerne Skifahren und Schneeschuhwandern. „Sie kann davon nicht genug bekommen“, bestätigt auch Mutter Ilse.

Ihr sportliches Vorbild ist Marcel Hirscher. Sein Fahrstil gefällt der 21-Jährigen, die bemüht ist, genauso kraftvoll und doch elegant zwischen den Stangen unterwegs zu sein. Das ist ihr bei der WM in Grenoble gut gelungen. „Vor dem Start war ich sehr nervös, aber dann kam die Freude über die Medaillen“, gibt Dünser zu, die sich über die Unterstützung ihrer ganzen Familie freuen konnte. Über ihre Erfolge war sie selber überrascht. Als die Bundeshymne erklang, habe sie mit den Tränen gekämpft, erzählt sie. Als Erfolgsgeheimnis gibt sie ihre Risikobereitschaft an. „Ohne die gibt es keine Erfolge“, ist sie überzeugt. Entsprechend wünscht sie sich für die Zukunft, dass sie von schweren Stürzen und Verletzungen verschont bleibt und dass sie immer einen schnellen Ski hat.

Während der wärmeren Jahreszeit ist Eva Maria Dünser täglich mit dem Bike unterwegs. Dann kommt das Trockentraining mit Martin Nessler, das sie im heurigen Sommer unter anderem zum Gletschertraining aufs Stilfserjoch führt.

Sich selber beschreibt sie so: „Ich gehe gern zur Arbeit, dann brauche ich auch meinen Kaffee, bin viel mit dem ,Ähni Kurt‘ unterwegs. Ich liebe die Natur und freue mich, wenn ich dem ,Ähni‘ beim Holzen helfen kann.“ HAB