Anklage Diebstahl, dennoch Freispruch

Vorarlberg / 02.05.2019 • 18:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Angeklagte mit ihrem Verteidiger Oliver Diez.Eckert
Die Angeklagte mit ihrem Verteidiger Oliver Diez.Eckert

Suppe war zu dünn, Ermittlungsergebnisse reichten nicht.

Feldkirch Die 40-Jährige hat mehrere Vorstrafen, doch seit 2010 ist nichts mehr vorgefallen. „Ich habe wirklich nichts gestohlen“, beteuert die Beschuldigte bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Dass sie innerhalb der fraglichen Zeit von rund zwei Wochen im Krankenhaus war, gibt sie zu, doch nur auf Besuch, und nicht zum Stehlen, versichert die Frau. Ihre Mutter und ein Bekannter lagen im Bregenzer Krankenhaus, die habe sie im Juli besucht. In dieser Zeit verschwanden bei Patienten Geld und Wertgegenstände, in Summe 1500 Euro. Darunter eine Armbanduhr im Wert von 800 Euro.

„Einseitig ermittelt“

„Bei täglich 500 Besuchern, 250 Patienten und 800 Mitarbeitern war die vorgenommene einseitige Ermittlung schlichtweg zu wenig für eine Verurteilung. Es ergab sich in den drei Verhandlungen das Bild, dass man eine Schuldige gesucht hat, mit der mehrfach vorbestraften Angeklagten eine vermeintlich passende Täterin gefunden hat und dann nur gegen sie ermittelt wurde. Der zu Beginn vermeintlich klare Schuldspruch wurde so zu einem eindeutigen Freispruch“, freut sich Verteidiger Oliver Diez über seinen Erfolg vor Gericht. Die Frau ist erleichtert. Wer die Wertgegenstände weggenommen hat, wird wohl nie geklärt werden können. Dass sie den Patienten fehlen, ist Fakt.

 

„Wir machen immer wieder aktiv auf das Thema aufmerksam und sensibilisieren auch unsere Mitarbeiter, Patienten und Besucher“, gibt Ulrike Delacher, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft Auskunft.

Auch sei die Zusammenarbeit mit der Polizei sehr gut, an hochfrequentierten öffentlichen Orten sind innerhalb der Landeskrankenhäuser Überwachungskameras montiert. Es gibt immer wieder Schulungen, bei denen die Mitarbeiter angehalten werden, auffällige Personen, die zum Beispiel ins Zimmer schauen und niemandem bekannt sind, nach dem Namen zu fragen und ob man ihnen helfen könne. Doch es ist nicht einfach, eigenes Personal, Aushilfskräfte, dazu Dutzende von Handwerkern, die mit Wartungs-, Bau-, oder Sanierungsarbeiten beschäftigt sind, Besucher und Patienten zu überwachen.

Wertsachen sicher

Bei einem geplanten Krankenhausaufenthalt macht es Sinn, so wenig wie möglich an Schmuck oder Wertgegenständen mitzubringen.

Doch bei Notfällen haben Patienten oft unbeabsichtigt Wertvolles dabei. „Im LKH Bregenz und LKH Hohenems gibt es einen Tresor. Im LKH Bludenz, Feldkirch und Rankweil können Wertsachen oder Geldbeträge in den im LKH befindlichen Bankfilialen deponiert werden“, informiert Delacher.

Das Krankenhauspersonal informiert gerne und ist bemüht, Diebstähle so gut wie möglich zu verhindern. EC