Heimat als Jahresthema

Vorarlberg / 02.05.2019 • 17:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Thöny-Hof in Wald am Arlberg ist seit Jahren die Heimat des Klostertal­museums. DOB
Der Thöny-Hof in Wald am Arlberg ist seit Jahren die Heimat des Klostertal­museums. DOB

Klostertalmuseum startet heute mit Jahreshauptversammlung und Heimatvortrag in die neue Saison.

Dalaas Die Planungen für die neue „Museumssaison“ sind längst im Gange. Der heurige Sommer ist für den Verein ein besonderer. Vor 25 Jahren wurde im Juni 1994 das Klostertal Museum eröffnet. Das Jubiläum seines Bestands ist Anlass, dass der Verein der Geschichte des Thöny-Hofes, wo das Museum eine Heimat gefunden hat, in einer Sommerausstellung intensiv auf die Spur geht.

Vortrag ab 18 Uhr

Das Thema „Heimat“ wird in vielen Veranstaltungen in den kommenden Monaten eine Rolle spielen. Die Jahreshauptversammlung leitet traditionell das Museumsvereinsjahr ein. Diese findet heute, Freitag, 3. Mai, ab 17 Uhr statt. Im Anschluss findet um 18 Uhr ein Vortrag von Dr. Simone Egger mit dem Titel „Über Heimat. Von Zugehörigkeit in spätmodernen Zeiten“ statt. Egger ist Kulturwissenschaftlerin und seit 2016 an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt tätig. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Stadt- und Gemeindeforschung, das Aushandeln von Zugehörigkeit und die Vermittlung von Wissen. Seit 2014 ist Simone Egger an der Konzeption des Museums Wattens in Tirol beteiligt, das am 5. Oktober 2018 eröffnet hat.

Mehr denn je ist die Rede von Zugehörigkeit in politischen Debatten, über Heimat wird verhandelt, wer dazugehören soll. Dabei ist die Frage nach Verortung zeitlos und betrifft alle Menschen – immer und überall. Heimat ist etwas sehr Persönliches und hat mit Empfindungen zu tun. Die Familie, ein Ort, an dem man sich wohlfühlt, aber auch eine Erinnerung lassen Zugehörigkeit empfinden. Heimat hat viele Facetten. Ein Mensch kann im Laufe seines Lebens nicht nur eine, sondern mehrere Heimaten haben. In der spätmodernen Gegenwart ergeben sich besonders vielschichtige Biografien. Nicht nur in Anbetracht von Flucht und Vertreibung lässt sich die Frage stellen, ob es ein Recht auf Heimat gibt. Der Vortrag will ausloten, was es in einer Zeit, in der alles gleichzeitig möglich geworden ist, mit Heimat und Zugehörigkeit auf sich hat.

„Im Klostertal Museum wollen wir Heimat nicht als einen Begriff, sondern vielmehr auch als Ausdruck sprachlicher und kultureller Vielfalt verstanden wissen“, so Obmann Christof Thöny. Diesem Ansatz folgen im Mai zwei weitere Veranstaltungen. Am Samstag, 18. Mai, findet im Klostertal Museum der Workshop „Einführung in die rätoromanische Kultur und Sprache“ statt. Kursleiter sind Dr. Linda Steiner-Grassi und Prof. Dr. Clau Solèr – Informationen und Anmeldungen sind unter Tel. 0650 5200932 bzw. per E-Mail an info@museumsverein-klostertal.at möglich. Am 19. Mai veranstaltet der Verein ab 14 Uhr den 3. Tag der Begegnung und eröffnet ab 15 Uhr die Ausstellung „Lebenswege – Biographische Aspekte der Zuwanderung aus dem Trentino ins Klostertal“.