„Mensch zuerst“ macht Mut zur Selbstbestimmung

02.05.2019 • 08:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Selbstvertretungstag machen Menschen mit Lernschwierigkeiten auf sich aufmerksam. Loacker
Beim Selbstvertretungstag machen Menschen mit Lernschwierigkeiten auf sich aufmerksam. Loacker

Tagung der Selbstvertreter am Götzner Garnmarkt.

Götzis Der Verein „Mensch zuerst“ möchte Menschen mit Lernschwierigkeiten ermutigen, sich für ihre Rechte und Selbstbestimmung einzusetzen. „Es ist wichtig, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten einen Überblick über alle Möglichkeiten bekommen. Sie brauchen auch gute Unterstützung, damit sie selbst entscheiden können, wie sie leben wollen“, erklärt Heidi Mackowitz (Selbstvertreterin bei Mensch zuerst). Am Selbstvertretungstag machten Menschen mit Lernschwierigkeiten auf ihre Anliegen aufmerksam.

Auf Plakaten wurde aufgezeigt, was sie sich von der Gesellschaft wünschen würden. „Das Wichtigste für jeden erwachsenen Menschen ist die Wahlfreiheit – also zum Beispiel wo und wie ich leben bzw. wohnen möchte“, so Selbstverteter Karl Innerhofer. Lohn statt Taschengeld ist ein weiteres Anliegen vieler Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Elisabeth Tschann (Leiterin der Fachabteilung Integrationshilfe im Land), Heidi Mackowitz (Selbstvertreterin bei Mensch zuerst) und Landesrat Christian Bernhard.
Elisabeth Tschann (Leiterin der Fachabteilung Integrationshilfe im Land), Heidi Mackowitz (Selbstvertreterin bei Mensch zuerst) und Landesrat Christian Bernhard.

Landesrat Christian Bernhard unterstrich in seinen Grußworten den Sinn der Inklusion. „Es ist normal, verschieden zu sein, und jeder Mensch – mit und ohne Lernschwierigkeiten – soll in allen Bereichen des Lebens mit dabei sein. Den Selbstvertretern kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Als Experten in eigener Sache engagieren sie sich für ein Leben in Eigenständigkeit, Barrierefreiheit, für mehr Mitsprache und Mitbestimmung“, so der Landesrat.

Gemeinsam verschieden sein

Aufhören, in Kategorien zu denken, ist ein großes Anliegen von Elisabeth Tschann (Leiterin der Fachabteilung Integrationshilfe im Land). „Egal ob jemand Lernschwierigkeiten, blaue oder grüne Augen hat, wir alle haben die gleichen Rechte, und ich werde weiter gemeinsam mit den Selbstvertretern den Weg gehen“, bekräftigt Tschann.

Auf Plakaten präsentierten die Teilnehmer ihre Ergebnisse der Tagung.
Auf Plakaten präsentierten die Teilnehmer ihre Ergebnisse der Tagung.

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazugehört. Egal wie er aussieht, welche Sprache er spricht oder ob er eine Lernschwierigkeit hat. Zum Beispiel: Kinder mit und ohne Lernschwierigkeiten lernen zusammen in der Schule. Wenn jeder überall dabei sein kann – am Arbeitsplatz, beim Wohnen oder in der Freizeit – dann ist dies Inklusion. Wenn es weniger Treppen gibt, können Menschen mit Kinderwagen und gehbehinderte Personen viel besser dabei sein – wenn es weniger Hürden gibt, können auch Menschen mit Lernschwierigkeiten dazugehören. In einer inklusiven Welt sind alle offen für Ideen. Jeder soll akzeptiert werden, wie er ist. LOA