Erweiterungspläne von Hydro und Alpla nehmen wichtige Hürde

Vorarlberg / 03.05.2019 • 21:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Raumplanungsbeirat für Herausnahme von Flächen aus Landesgrünzone für Hydro in Nenzing (Bild) und Alpla in Fußach.Hydro
Raumplanungsbeirat für Herausnahme von Flächen aus Landesgrünzone für Hydro in Nenzing (Bild) und Alpla in Fußach.Hydro

Raumplanungsbeirat gibt Empfehlung für Herausnahme von Boden aus der Grünzone.

Nenzing, Fußach Aufatmen in den Firmenzentralen von Hydro und Alpla: Mit der Empfehlung, Flächen aus der Landesgrünzone zu nehmen, hat der Raumplanungsbeirat den Weg für die Erweiterungspläne der beiden Unternehmen geebnet. „Die geplanten Investitionen können durchgeführt werden, weil nun die Voraussetzungen für entsprechende Widmungen geschaffen sind“, sagt Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser im Gespräch mit den VN. In einer der nächsten Regierungssitzungen soll es eine entsprechende Beschlussfassung geben. Für Rüdisser reine „Formsache“. Mit dem formellen Okay der Landesregierung können die Gemeinden Nenzing 0,89 Hektar bzw.Fußach 3,8 Hektar neu widmen.

Knappe Abstimmung

Unumstritten ist der Beschluss des beratenden Gremiums speziell im Fall der Pläne des Traditionsunternehmens Alpla in Fußach allerdings nicht. Entsprechend knapp war der Ausgang der Abstimmung. Nach intensiver Diskussion waren am Ende zwölf Beiratsmitglieder dafür, zehn dagegen. „Ein historisch knappes Ergebnis“, wie die grüne Raumplanungssprecherin Nina Tomaselli sagt. Die ablehnende Haltung habe mehrere Gründe. So weigere sich die Gemeinde, entsprechende Kompensationsflächen bereitzustellen. Flächen der Landesgrünzone entnehmen, davon profitieren, aber nichts zurückgeben, sei nicht fair. Ein Abänderungsantrag, der die Zustimmung zur Herausnahme bei gleichzeitiger Flächenkompensation beinhaltete, sei abgelehnt worden. „Das wäre ein Win-win-Antrag gewesen.“ Kritisiert wird auch, dass nur ein Teil der Flächen von Alpla gleich bebaut werde (zwei Hektar), der Rest auf Vorrat umgewidmet werde.

Deutlicher befürwortet wurde die Herausnahme entsprechender Flächen in Nenzing (19 dafür, vier dagegen). Einerseits handle es sich schon vom Volumen her um ein kleineres Vorhaben. „Zudem gibt es von der Gemeinde eine quantitative Kompensation“, so Rüdisser. 9700 Quadratmeter Ersatzflächen sollen bereitgestellt werden. Entgegenkommen ortet der Landesrat auch in Fußach, wo als qualitative Kompensation Flächen der Lehmgrubenseen zu einem örtlichen Schutzgebiet aufgewertet werden sollen. Rüdisser hält zudem fest, dass in der Rheindeltagemeinde bereits große Flächen als Landesgrünzone ausgewiesen seien.

Appell blieb ungehört

Ungehört blieb mit der aktuellen Entscheidung der Appell mehrerer Initiativen, wie Lebensraum Weiler, Ludesch, Bodenfreiheit und Naturschutzbund. Sie wiesen im Vorfeld der Abstimmung darauf hin, das Land stehe vor der Entscheidung: Lebensraum oder Industrie­standort. Viele Beispiele würden zeigen, wie sorglos mit der Grünzone, einer Errungenschaft Vorarlbergs, umgegangen werde.

Kaum neue Jobs

Karlheinz Rüdisser spricht von einer wichtigen Entscheidung für die betroffenen Unternehmen und von einer Sicherung des Standorts insgesamt. Kritisiert wurde zuletzt, dass für 3,7 Hektar aus der Landesgrünzone in Fußach mit den Logistikplänen Alplas lediglich 20 neue Arbeitsplätze entstehen. Dem hält der Landesrat entgegen, dass ein hoher Produktionsanteil nur im Verbund mit Logistik möglich sei. Es würden in Fußach die Voraussetzungen geschaffen, an einem anderen Standort in Vorarlberg Arbeitsplätze zu schaffen. VN–MIG

„Die Voraussetzungen für die geplanten Investitionen sind geschaffen worden.“