S-Bahn-Halt-Verlegung von Tisis nach Tosters in Aussicht

04.05.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Anstatt in Tisis sollen die Züge in Zukunft am infrastrukturell günstigeren Standort Tosters Halt machen. HEILMANN

Im Zuge des Projekts FL.A.CH soll eine Haltestelle in LKH-Nähe entstehen.

Feldkirch Nächster Halt, next stop: Feldkirch-Tosters. So oder ähnlich könnte es zukünftig aus den Lautsprechern in den Zügen von und nach Liechtenstein ertönen. Im Zuge des grenzübergreifenden Infrastrukturprojekts S-Bahn FL.A.CH (Fürstentum Liechtenstein, Österreich, Schweiz) sollen nämlich die Voraussetzungen für einen durchgängigen S-Bahn-Verkehr im Halbstundentakt mit guten Anschlüssen in Feldkirch und Buchs geschaffen werden.

Kern des Projekts ist ein 4,5 Kilometer langer zweigleisiger Abschnitt zwischen Tisis und Nendeln, der einen dichteren Zugverkehr ermöglicht. Im Stadtgebiet von Feldkirch ist dafür die Verlegung des S-Bahn-Halts Tisis (der derzeit von rund 40 Ein- und Aussteigern pro Tag frequentiert wird) an den hinsichtlich Lage, Erschließung und Fahrgastpotenzial günstigeren Standort Tosters vorgesehen.

Prognose: Bis zu 1000 Fahrgäste

Die neue S-Bahn-Haltestelle Tosters ist im Bereich des Riedteilwegs geplant. Dieser Standort bietet auch den Vorteil, dass von hier aus das nur etwa 600 Meter entfernte Landeskrankenhaus in wenigen Minuten zu Fuß oder noch schneller mit dem Bus, mit Busanbindung im Bereich Hohle Gasse, mit den Öffis erreichbar sein wird. Die prognostizierte Reisendenfrequenz an der S-Bahn-Haltestelle Tosters liegt in der Kategorie 500 bis 1000 Ein- und Aussteiger pro Tag. Der hier geplante Bahnsteigzugang zu den beiden Randbahnsteigen erfolgt mittels Personenunterführung und dient somit gleichzeitig für Fußgänger als Ortsteilverbindung, um die Bahngleise zu unterqueren.

Es ist auch geplant, das Radwegnetz im Zuge des Bahnprojekts zu verbessern.
Es ist auch geplant, das Radwegnetz im Zuge des Bahnprojekts zu verbessern.

Für Reisende, die mit der S-Bahn unterwegs sind, sind „Bike & Ride“-Plätze vorgesehen. Im Zuge der Errichtung der Haltestelle soll auch das Radwegenetz entlang der Bahntrasse um den Abschnitt zwischen Pfarrer-Weißhaar-Straße und Riedteilweg ergänzt werden.

Im Halbstundentakt

Mit den derzeitigen infrastrukturellen Rahmenbedingungen ist ein modernes S-Bahn-Angebot nicht möglich. Nach Umsetzung des Infrastrukturprojekts soll gemeinsam mit Liechtenstein das Angebot deutlich verbessert werden. Das Zielangebot 2030 wird im derzeit in der Auflage befindlichen neuen Mobilitätskonzept des Landes mit einem Halbstundentakt (bei Bedienung aller Halte) im Schienenregionalverkehr definiert.

Volksabstimmung in Liechtenstein

Vor den weiteren Detailplanungen ist zwischen Österreich und Liechtenstein die grundsätzliche Finanzierung des Gesamtprojekts zu vereinbaren. Für die Maßnahmen im österreichischen Abschnitt im Gebiet der Stadt Feldkirch sind Zuschüsse durch das Land Vorarlberg und im Umfeld der Haltestellen auch durch die Stadt Feldkirch vorgesehen. Die Finanzierung soll bis Ende des Jahres geklärt sein. Die zeitliche Umsetzung hängt nach Auskunft der Verkehrsplanerin des Landes Vorarlberg, Barbara Manhart, von weiteren Entscheidungsabläufen ab. Liechtenstein will vor seiner Zustimmung zum Projekt eine Volksabstimmung durchführen. Daher wird es wohl noch mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen, bis das grenzübergreifende Bahnprojekt realisiert werden kann. HE