Junge Gesundheitsprobleme

Vorarlberg / 05.05.2019 • 19:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Psyche und Gewicht setzen immer mehr Minderjährigen zu.

Schwarzach Sowohl das Bundesheer, das von Wehrdienern abhängig ist, als auch Hilfsorganisationen, die Zivildiener benötigen, haben ein Problem. Und zwar ein doppeltes: Nicht nur, dass es aufgrund der demografischen Entwicklung immer weniger Nachwuchs gibt; bei der Musterung stellen sich auch noch immer weniger Jugendliche als tauglich in dem Sinne heraus, dass sie einsetzbar sind.

Konkret: Beim Geburtsjahrgang 1972 waren zwei Drittel der stellungspflichtigen Männer tauglich. Zuletzt, beim Jahrgang 1999, der bis zum vergangenen Herbst erfasst wurde, handelte es sich nur noch um 56,4 Prozent. Wobei in der Statistik eines auffällt; die Unterschiede nach Herkunft nämlich. Bei Kärntnern und Salzburgern sind nach wie vor mehr als zwei Drittel tauglich. Bei Vorarlbergern sind es mit 59,5 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich viele. Bei Steirern (48,3 Prozent) und Oberösterreichern (46,3 Prozent) handelt es sich dagegen schon um eine Minderheit.

Zu den regionalen Unterschieden gebe es keine Untersuchung, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Es kann daher nur spekuliert werden: Sind die einen gesünder als die anderen? Oder ist es einfach nur abhängig von den Stellungszentren, die jeweils ein bis zwei Bundesländer abdecken, sind die einen also strenger als die anderen? Wie auch immer: Die Unterschiede verkleinern sich stark, wenn man die „eingeschränkt Tauglichen“ mitberücksichtigt. In Kärnten, Salzburg, aber auch Vorarlberg sind das relativ wenige, in der Steiermark und Oberösterreich sehr viele.

Weniger Raucher

Was bleibt, ist die Frage, ob sich der Zustand der Jugendlichen zunehmend verschlechtere: „Das zu sagen, wäre zu einfach“, sagt Petra Winkler, die bei der staatlichen Gesundheit Österreich GmbH genau dazu forscht. Positiv sei etwa, dass immer weniger Burschen rauchen würden und der Anteil bei den Mädchen zumindest nicht mehr steige.

Im Österreichischen Bericht zur Kinder- und Jugendgesundheit heißt es gar, dass sich der Gesundheitszustand in der Vergangenheit kontinuierlich verbessert habe. Allerdings: In jüngster Zeit würden sich Hinweise mehren, die auf eine Trendumkehr hindeuten könnten. Chronische Krankheiten wie Diabetes, Erkrankungen des Bewegungsapparates, psychische Störungen (z. B. Depression) sowie Verhaltens­auffälligkeiten (z. B. ADHS) würden immer häufiger auftreten. Das deckt sich mit den Gründen, die laut dem Verteidigungsministerium zur Untauglichkeit führen. In bereits 30 Prozent der Fälle sind psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten ausschlaggebend dafür. Immer häufiger gibt es auch Probleme mit der körperlichen Verfasstheit, was nicht weiter verwundert: War beim Geburtsjahrgang 1972 jeder dreißigste Stellungspflichtige schwer übergewichtig bzw. fettleibig, so ist es heute jeder zehnte österreichweit. In Vorarlberg ist der Anteil zwar auch gestiegen, mit 7,6 Prozent bzw. jedem Dreizehnten aber etwas niedriger geblieben. JOH