1450 wird zur nächtlichen Drehscheibe

Vorarlberg / 06.05.2019 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vertrag zur Neuregelung der Ärztebereitschaft fixiert.

Dornbirn „Das muss schnellstens auf Schiene gebracht werden, sonst geht bald nichts mehr“, orakelte unlängst der Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK), Manfred Brunner. Gemeint war die Neuregelung des ärztlichen Nachtbereitschaftsdienstes, die aufgrund einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs notwendig wurde. Die von Brunner angesprochene Eile wiederum war dem nahenden Ende der VGKK geschuldet.

Wie die VN jüngst berichteten, sollte der Vertrag noch im Mai unterschriftsreif sein. Jetzt ist es amtlich, ab Oktober 2019 wird die telefonische Gesundheitsberatung 1450 zur Drehscheibe für gesundheitliche Beschwerden in der Nacht. Stellt sich im Rahmen der Beratung heraus, dass eine zeitnahe ärztliche Abklärung notwendig ist, erfolgt die direkte Vermittlung des Patienten zum eingeteilten Nachtbereitschafts-Arzt. In diesen Fällen stehen die eingeteilten Ärzte den Patienten für telefonische Beratungen, Behandlungen in der Ordination oder, wenn notwendig, für Hausbesuche zur Verfügung. „Damit gibt es flächendeckend verlässliche Ansprechpartner und keine weißen Flecken mehr auf der Landkarte“, vermerkt der VGKK-Obmann im VN-Gespräch zufrieden. Der entsprechende Beschluss wurde von Land und Sozialversicherungsträgern gefasst. Für die Gesundheitshotline werden aufgrund der erwarteten stärkeren Frequenz bereits weitere Mitarbeiter gesucht.

Für die Nachtbereitschaftsdienste können sich Allgemeinmediziner bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) elektronisch in den Bereitschaftsdienstkalender eintragen. Möglich ist das für Vertrags-, Spitals- und Wahlärzte. Aus Sicht von Manfred Brunner stellt die nun getroffene Vereinbarung einen weiteren Schritt zur langfristigen Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im Land dar. Laut Gesundheitslandesrat Christian Bernhard entspricht das neue Modell außerdem ganz dem wichtigen Ziel der Patientensteuerung. „Die Neuregelung sollte sich positiv auf die Entlastung der Spitalsambulanzen auswirken“, hofft Bernhard.

Alles beim Alten

Wo die Nachtbereitschaft problemlos funktioniert, bleibt alles beim Alten, so etwa im Bregenzerwald und in den Arlberggemeinden Lech und Zürs. Diese Regionen sind bereits mit einer 24-Stunden-Abdeckung versorgt. Im Kleinwalsertal ist die Versorgung aufgrund der geografischen Lage grenzüberschreitend geregelt. VN-MM