Er prägte Wolfurts Infrastruktur

Vorarlberg / 06.05.2019 • 17:53 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Alois Müller: Loyalität und hohes Verantwortungsbewusstsein.
Alois Müller: Loyalität und hohes Verantwortungsbewusstsein.

Wassermeister, Bauhofleiter und Tiefbauverantwortlicher Alois Müller verstorben.

Ernest Enzelsberger

WOLFURT Am 24. April 2019 starb im 78. Lebensjahr im Kreise seiner Familie der langjährige Wassermeister, Bauhofleiter und Verantwortliche für den Tiefbau i. R. der Marktgemeine Wolfurt, Alois (Luis) Müller. Für die Hinterbliebenen werden sein unbändiger Lebenswille, seine innere Stärke, sein Lebensmut und Humor immer in bewundernswerter Erinnerung bleiben.

Mehr als 33 Jahre lang, in einer Zeit großen Wachstums, zeichnete Luis Müller für den gesamten Infrastrukturbereich der Gemeinde Wolfurt verantwortlich. Neben seinen beruflichen Fähigkeiten sind wohl sein gesunder Hausverstand, sein Organisationtalent, sein Verhandlungsgeschick und sein überdurchschnittlicher Einsatz besonders erwähnenswert.

Alois Müller wurde am 26. Juni 1941 in Trahütten/Deutschlandsberg als zwölftes von 15 Kindern der Familie Müller geboren. Der Vater, Josef Müller, war Bürgermeister und Bauer. Er konnte mit seiner Frau Josefa die große Kinderschar gut durch die damals schwierigen Zeiten bringen.

Wegen der schwierigen Arbeitssituation in der Weststeiermark in den Fünfzigerjahren zog Luis Müller 1958 mit 17 Jahren in die Schweiz und zwei Jahre später nach Lauterach. Im Bauunternehmen Hefel schloss er die Maurerlehre ab und war anschließend im Baugeschäft Loser in Hard tätig. Er bildete sich ständig weiter und wurde Polier. In einem weiteren beruflichen Schritt bewarb er sich bei der Gemeinde Wolfurt als Bauhofleiter und trat am 4. März 1968 in den Gemeindedienst ein. Die Herausforderungen in den Bereichen Straßenbau, Kanal und Wasser waren enorm, wurden aber unter seiner Leitung bestens gemeistert.

In seiner Trauerrede sagte der Wolfurter Bürgermeister Christian Natter u. a.: „Luis Müller war kein Mann der großen Worte und er war sich nie zu schade, auch selbst Hand anzulegen. Ob bei nächtlichen Wasserrohrbrüchen oder bei der Kontrolle und Räumung der Einlaufbauwerke bei Starkniederschlägen, er war immer in der ersten Reihe.“

Mit der Absolvierung der Wassermeisterprüfung übernahm Luis Müller 1974 die Wassermeister-Funktion und Ende der Achtzigerjahre auch die Verantwortung für den gesamten Tiefbau. Ein ganz besonderes Anliegen war ihm die Versorgung der Bevölkerung mit bestem Trinkwasser. Die Einweihung des Pumpwerks am Gänsbühel war nicht nur für die Wolfurter, sondern vor allem für Luis Müller ein großer Festtag. Er kannte sein Arbeitsfeld besser als jeder andere. Jede Gemeindegrenze, jeden Bach, jede Quelle und jeden Wasserschieber oder Kanaldeckel hatte Luis Müller in seinem Kopf gespeichert. Er war auch zwölf Jahre Obmann der Bringungsgenossenschaft Ippbachwaldwege.

Obwohl er am 31. Dezember 2001 seinen Ruhestand antrat, stand er der Gemeinde immer wieder zur Verfügung. Seine Nachfolge gestaltete sich aus verschiedenen Gründen schwierig. Die Gemeindeverantwortlichen waren daher oft froh, dass Luis Müller nicht nur für Auskünfte, sondern auch operativ immer wieder zu Verfügung stand und so in schwierigen Situationen seine Hilfsbereitschaft unter Beweis stellte. Bürgermeister Natter: „Auch ich durfte einige Male auf die Unterstützung von Luis zurückgreifen. Er war es, der mir die Wolfurter Grenzen im Ippach und im Ried zeigte, und er erzählte mir, was zu beachten ist, wenn man eine neue Wasserfassung macht oder wo sich die Wasserquellen für unser Schloss befinden und vieles mehr.“

Und Natter weiter: „Seine große Beliebtheit ist wohl nicht nur dem Fachmann, sondern vor allem dem Menschen Luis Müller geschuldet. Seine Liebe zur Natur und sein Humor waren sehr beeindruckend. Ich freute mich immer sehr, wenn ich Luis – meistens in Begleitung seiner geliebten Ingrid – gesehen habe.“

Der Verstorbene hinterlässt seine Gattin Ingrid, zwei Söhne und einen Stiefsohn mit ihren Familien.