Aufatmen bei Obstbauern nach letzter Kältenacht

Vorarlberg / 07.05.2019 • 17:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jens Blum vor zwei Jahren in Winterkleidung auf seinem Obstfeld. Damals vernichtete der Frost nahezu alles. Dieses Mal kam es nicht so weit.hof
Jens Blum vor zwei Jahren in Winterkleidung auf seinem Obstfeld. Damals vernichtete der Frost nahezu alles. Dieses Mal kam es nicht so weit.hof

Sowohl Landwirte im Rheindelta als auch Fraxner Kirschbauern atmeten auf. Es gab praktisch keine Frostschäden.

Höchst, Fraxern Jens Blum (53) ist müde. Der Höchster Obstbauer hat sich die zweite Nacht um die Ohren geschlagen und keinen Schlaf ergattert. Er musste seine Anbauflächen im Auge behalten, den Blick stets auf das Thermometer fixiert. Frostgefahr war angesagt. „Aber es kam dann nicht so schlimm wie befürchtet“, kann der Landwirt nun durchatmen. „Ich hätte nicht einmal die Frostberegnungsanlage in Betrieb nehmen müssen“, bilanziert Blum. Ach ja, die Frostberegnung: Eine entsprechende Anlage hat sich der größte Obstbauer des Landes nach der Frostkatastrophe vor zwei Jahren zugelegt, als die eisige Kälte alle Blüten und Früchtchen zerstörte.

Fangnetz Frostberegnung

„Bei einem Grad plus habe ich in der Nacht auf Dienstag die Anlage eingeschaltet“, berichtet Blum. Doch auch die Wetterentwicklung brachte gegen Mitternacht Entspannung. Wolken und Wind hielten die Temperaturen über dem Gefrierpunkt. „Erst gegen sechs Uhr in der Früh hörte der Wind auf, da schien es noch einmal kritisch zu werden.“ Es wurde für Blum nicht zuletzt durch sein Fangnetz mit Namen Frostberegnung nicht mehr kritisch. Als ganz ausgestanden sieht er den Kältefrühling noch nicht. „Am Wochenende soll es laut den mir vorliegenden Wetterprognosen noch einmal kalt werden. Hoffen wir, dass es nicht mehr kritisch wird.“

Frost in Hörbranz und Lustenau

Erleichterung herrscht auch im Kirschendorf Fraxern. Auch dort zitterte man vor einer drohenden Frostnacht von Montag auf Dienstag. „Aber wir hatten Glück“, freut sich Bertram Nachbaur, Obmann des örtlichen Garten- und Obstbauvereins. Man blieb auch in Fraxern wach und beobachtete die Lage genau. „Letztlich waren 0,3 Grad plus aber die niederste Temperatur, die wir messen mussten“, berichtet Nachbaur. Zwischen sechs und sieben Uhr in der Früh ist es in Fraxern traditionell am kältesten. Genau in dieser Zeit wurden die 0,3 Grad gemessen. Dass geringfügige Schäden im Nachhinein doch noch zu registrieren sind, beunruhigt Nachbaur nicht, auch nicht der Blick auf die Wetterkarte im Hinblick auf einen weiteren drohenden Kälteeinbruch am kommenden Wochenende. „Laut meinen Unterlagen bleiben die Temperaturen über dem Gefrierpunkt.“

Letztlich war 0,3 Grad plus die niederste Temperatur, die wir in der Nacht auf Dienstag messen mussten.“

Bertram Nachbaur, Kirschenbauer in Fraxern

Nicht überall im Land gab es in der Nacht von Montag auf Dienstag jedoch fröhliche Gesichter. In Hörbranz etwa wurden minus 2,2 Grad gemessen, in Lustenau minus 1,6 Grad. Das dürfte nicht ohne Schäden geblieben sein.