Im Bezirk Feldkirch wird besser verdient

07.05.2019 • 16:27 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Ich komme mit meinem Gehalt sehr gut aus. Ich bin Pensionist, deshalb verdiene ich nicht allzu viel beziehungsweise nicht wie ein Erwerbstätiger. Ich lebe sparsam und bemühe mich in dieser Hinsicht sehr. Wenn ich sparsam mit dem Geld umgehe, komme ich gut über die Runden. Das Leben in Vorarlberg empfinde ich aber trotzdem als sehr teuer. Und ich habe das Gefühl, es wird immer teurer. Albrecht Gechter, 65, Feldkirch

Ich komme mit meinem Gehalt sehr gut aus. Ich bin Pensionist, deshalb verdiene ich nicht allzu viel beziehungsweise nicht wie ein Erwerbstätiger. Ich lebe sparsam und bemühe mich in dieser Hinsicht sehr. Wenn ich sparsam mit dem Geld umgehe, komme ich gut über die Runden. Das Leben in Vorarlberg empfinde ich aber trotzdem als sehr teuer. Und ich habe das Gefühl, es wird immer teurer. Albrecht Gechter, 65, Feldkirch

Großer VN-Gehaltsvergleich: Wo im Land Besserverdiener wohnen und wie gut die Gehälter tatsächlich sind.

Schwarzach Vorarlberger sind Spitzenverdiener, hört man. Und nirgendwo in Österreich ist das Leben so teuer. Beides ist wohl richtig. Tatsache ist auch, dass es regionale Unterschiede bei den Einkommen gibt, wie eine umfangreiche Gehaltsanalyse der VN zeigt. So verdienen Bewohner des Bezirks Feldkirch mit durchschnittlich 24.309,50 Euro netto im Jahr deutlich mehr als jene im Bezirk Bregenz (22.188 Euro netto). Auch in den Bezirken Bludenz (22.188 Euro) und Dornbirn (23.394) sind die Jahres-netto-Einkommen niedriger. Basis der Analyse sind jüngste Daten der Statistik Austria aus 2015, die auch Grenzgängergehälter berücksichtigen. Mit den vielen Franken-Einkommen aus Liechtenstein und der Schweiz haben die Oberländer beim Verdienst landesweit die Nase vorne. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in den Städten, wo Feldkirch das Ranking vor Dornbirn, Bregenz, Bludenz und Hohenems anführt. Besserverdiener wohnen allerdings nicht zwingend in den Städten. Unter den 96 Gemeinden des Landes sind es die ganz kleinen, die statistisch Bewohner mit den besten Gehältern beheimaten. Beim Durchschnittseinkommen verweisen die Bildsteiner mit 28.416 Euro netto pro Jahr alle anderen auf die Plätze. Richtig gute Gehälter haben aber nicht alle, die in der Kleingemeinde leben. Das hohe Durchschnittseinkommen ist vielmehr Ausreißern nach oben geschuldet. Gutverdiener hat es demnach nach Bildstein gezogen. Wird der Median herangezogen, ein statistischer Wert, der Extreme eliminiert, dann findet sich der Wallfahrtsort nur im Mittelfeld.

Auffallend niedrig sind die Gehälter in den Tourismusgemeinden. Statistiker begründen die kleinen Einkommen etwa in Warth oder Lech mit den vielen Saisonarbeitskräften, die einerseits schlecht verdienen und auch nicht das ganze Jahr über beschäftigt sind.

AK ortet Missverhältnis

Vorarlberger verdienen etwas mehr als der durchschnittliche Österreicher, so Erhebungen der heimischen Arbeiterkammer, ebenfalls für das Jahr 2015. Dabei ist das Bruttoregionalprodukt der Erwerbstätigen deutlich über dem bundesweiten Schnitt. Ein Missverhältnis also. Bei der Lohnquote ist Vorarlberg Schlusslicht. „Wenn man die Leistungen hernimmt, müssten die Gehälter deutlich höher sein“, sagt AK-Direktor Rainer Keckeis. Was die statistisch guten Gehälter ebenfalls relativiert, sind die hohen Lebenskosten. „Die Gehälter hinken deutlich hinter den Wohnkosten her“, so der AK-Direktor. Deshalb brauche es attraktive Ansätze für sozialen Wohnbau. Einkommen sind zudem ungleich verteilt. Neben Besserverdienern gibt es zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten, die von ihrem Gehalt nicht leben können, trotz Arbeit armutsgefährdet sind. Viele davon sind Frauen.

In einzelnen Branchen ortet die Arbeiterkammer ein Anziehen der Löhne. Bei Handwerkern sei das der Fall. Im Gastgewerbe sieht man diese Entwicklung weniger. Wohl mit ein Grund für den herrschenden Fachkräftemangel, glaubt Keckeis.

„Wenn man die Leistungen hernimmt, müssten die Gehälter höher sein.“

Als alleinerziehende Mutter komme ich nur sehr knapp mit meinem Gehalt aus. Ich arbeite Vollzeit, denn nur so komme ich gut über die Runden. Damit ich mir manchmal etwas gönnen kann, jobbe ich ab und zu noch nebenher. Das Leben ist unfassbar teuer, vor allem das Wohnen. Mit dem Bezahlen der Rechnungen ist es immer schwierig für mich. Damit ich mit dem Geld auskomme, versuche ich so viel wie möglich zu sparen. Ich überlege mir auch, umzuziehen. Ich bin sicher, ein bisschen entspannter leben zu können, wenn ich nicht alleinerziehend wäre. Teresa Dominiaci, 38, Hohenems

Als alleinerziehende Mutter komme ich nur sehr knapp mit meinem Gehalt aus. Ich arbeite Vollzeit, denn nur so komme ich gut über die Runden. Damit ich mir manchmal etwas gönnen kann, jobbe ich ab und zu noch nebenher. Das Leben ist unfassbar teuer, vor allem das Wohnen. Mit dem Bezahlen der Rechnungen ist es immer schwierig für mich. Damit ich mit dem Geld auskomme, versuche ich so viel wie möglich zu sparen. Ich überlege mir auch, umzuziehen. Ich bin sicher, ein bisschen entspannter leben zu können, wenn ich nicht alleinerziehend wäre. Teresa Dominiaci, 38, Hohenems

Ich bin nicht zufrieden mit meinem Gehalt. Für mich ist es nicht leicht, hier in Vorarlberg zu leben. Es ist viel zu teuer. Ehrlich gesagt, finde ich, dass mein Gehalt nicht an die Lebenskosten angepasst wurde. Die Miete ist unfassbar hoch. Ich verstehe das nicht. Man hat hier in Vorarlberg gar keine Chance. Ich frage mich sehr oft, wer für all das verantwortlich ist. Christian Berchtold, 50, Dornbirn

Ich bin nicht zufrieden mit meinem Gehalt. Für mich ist es nicht leicht, hier in Vorarlberg zu leben. Es ist viel zu teuer. Ehrlich gesagt, finde ich, dass mein Gehalt nicht an die Lebenskosten angepasst wurde. Die Miete ist unfassbar hoch. Ich verstehe das nicht. Man hat hier in Vorarlberg gar keine Chance. Ich frage mich sehr oft, wer für all das verantwortlich ist. Christian Berchtold, 50, Dornbirn

Ich arbeite nur Teilzeit, bin aber sehr zufrieden mit meinem Gehalt. Es ist okay. Ich habe kleine Kinder und komme trotzdem gut mit dem Geld aus. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich sehr viel Glück habe, denn mein Mann verdient sehr gut. Deshalb muss ich mir keine Sorgen ums Geld machen. Ich glaube, dass es bei vielen anderen nicht so ist. Leider haben dieses Glück nicht alle, dass sie von einem Partner unterstützt werden. Bernadette Fuchshofer, 30, Wolfurt

Ich arbeite nur Teilzeit, bin aber sehr zufrieden mit meinem Gehalt. Es ist okay. Ich habe kleine Kinder und komme trotzdem gut mit dem Geld aus. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich sehr viel Glück habe, denn mein Mann verdient sehr gut. Deshalb muss ich mir keine Sorgen ums Geld machen. Ich glaube, dass es bei vielen anderen nicht so ist. Leider haben dieses Glück nicht alle, dass sie von einem Partner unterstützt werden. Bernadette Fuchshofer, 30, Wolfurt